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InhaltZweiter Weltkrieg
| Zweiter Weltkrieg
Der Zweite Weltkrieg war der zweite auf globaler Ebene geführte Krieg sämtlicher Großmächte des 20. Jahrhunderts und stellt den bislang größten und verheerendsten Konflikt in der Menschheitsgeschichte dar. Im Kriegsverlauf bildeten sich zwei militärische Allianzen, die als Achsenmächte und Alliierte bezeichnet werden. Unmittelbar waren über 60 Staaten am Krieg direkt oder indirekt beteiligt, über 110 Millionen Menschen standen unter Waffen. Die Opferzahlen schwanken abhängig von der Quelle zwischen 50 und 70 Millionen Toten. Der Zweite Weltkrieg wurde unter anderem durch den Holocaust, Kriegsverbrechen, Flächenbombardements und den ersten Einsatz von Atomwaffen gekennzeichnet. Als Datum des Kriegsbeginns wird mit überwiegender Übereinstimmung der 1. September 1939 genannt: der Tag des Überfalls der Wehrmacht auf Polen. Manche Publikationen führen den Beginn der Mandschurei-Krise am 18. September 1931 als Vorbedingung für den Pazifikkrieg als asiatischen Kriegsschauplatz oder den 7. Juli 1937 an, „nachdem die japanische Armee sich gewaltsam Zugang zu der chinesischen Garnisonsstadt Wanping südwestlich von Peking verschafft hatte“ und der Konflikt eskalierte. Eine weitere These beschreibt die eigenständige Entstehung eines europäischen und eines asiatischen Kriegsschauplatzes, die beide 1941 zu einem globalen Konflikt zusammengeführt wurden. Bis Mitte 1941 wurde der noch auf Europa beschränkte Konflikt von der Wehrmacht vorwiegend als Eroberungskrieg geführt. Nach Polen wurde in kurzen, konzentriert geführten Feldzügen Dänemark, Norwegen, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, der Großteil Frankreichs, Jugoslawien und Griechenland erobert und besetzt. Die Gebiete wurden teils ins Deutsche Reich eingegliedert, teils mit vom Deutschen Reich abhängigen Regierungen ausgestattet. Die besetzten Gebiete wurden wirtschaftlich ausgebeutet, Juden, Oppositionelle und des Widerstands gegen den Nationalsozialismus verdächtigte Personen wurden planmäßig verschleppt, zur Zwangsarbeit herangezogen und ermordet. Großbritannien war von der Kapitulation Frankreichs (22. Juni 1940) bis zum deutschen Angriff auf die Sowjetunion (22. Juni 1941) Deutschlands einzig verbliebener europäischer Kriegsgegner. Dieses Durchhalten der Briten, das von Churchills Standfestigkeit gegenüber Hitler angeführt wurde, war von großer, wohl entscheidender Bedeutung für den Verlauf des Zweiten Weltkrieges. Mit dem Russlandfeldzug führte das nationalsozialistische Deutsche Reich einen Vernichtungskrieg gegen die UdSSR. Schon in den 1920er Jahren wurde die Eroberung von „Lebensraum im Osten“ bei gleichzeitiger Vernichtung der vorwiegend slawischen Bevölkerung geplant. Der überwiegende Teil der Kampfhandlungen sowie der Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs fand an und hinter der deutsch-sowjetischen Front statt. Die Rote Armee, unterstützt durch Waffen- und Industriewarenlieferungen aus Großbritannien, den Staaten des Commonwealth und den USA, konnte die Wehrmacht trotz sinnloser Gegenwehr nationalsozialistischer Durchhaltestrategen, wodurch im Frühjahr 1945 auf beiden Seiten noch Hunderttausende von Menschen geopfert wurden, zurückdrängen und die Schlacht um Berlin für sich entscheiden. Nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht stieg die Sowjetunion neben den USA in den Rang einer Supermacht auf. Nach dem Angriff auf den Flottenstützpunkt Pearl Harbor der Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte erfolgte am 8. Dezember 1941 der Kriegseintritt der USA und der Konflikt wurde zum Weltkrieg. Aufgrund eines Abkommens mit Großbritannien (Arcadia-Konferenz Ende 1941) wurde der Schwerpunkt der US-amerikanischen Kriegsanstrengungen zunächst auf die Bekämpfung des Deutschen Reichs gelegt („Germany first"). Dennoch arbeitete die Rüstungsindustrie am Ausbau der Pazifikflotte der US-Navy, die ab Mitte 1942 in kombinierten See-Luftschlachten der japanischen Marine Verluste zufügen konnte, während der japanische Vormarsch gegen europäische Kolonien im Pazifikraum vonstatten ging. Die Philippinen, Indochina, Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien, Burma und Teile von Neuguinea wurden von japanischen Truppen erobert. Die 1905 mit der Besetzung der Mandschurei nach dem Russisch-Japanischen Krieg begonnene Expansion des Japanischen Kaiserreichs wurde mit der Schlacht im Korallenmeer im Mai 1942 beendet. Mit dem Kriegseintritt des Königreichs Italien an der Seite der Achsenmächten im Juni 1940 wurde auch Nordafrika zum Kriegsschauplatz. Italienische Truppen mussten in Ägypten gegen britische Verbände empfindliche Verluste hinnehmen und verloren die Kontrolle über Ostafrika. Das ab Februar 1941 an den Kämpfen beteiligte Deutsche Afrikakorps konnte zwar die Niederlage der Achsenmächte in Nordafrika verzögern, aber nicht abwenden. Im November 1942 landeten westalliierte Truppen in Nordafrika und bekämpften die deutschen und italienischen Truppen bis zu deren Kapitulation im Mai 1943. Nach Landungen in Sizilien (Juli 1943), der Normandie (Juni 1944) und in Südfrankreich (August 1944) führten US-amerikanische, britische und französische Truppen auch in Kontinentaleuropa einen Landkrieg gegen die Truppen der Wehrmacht. Italien stand ab Oktober 1943 offiziell auf der Seite der Alliierten. Ab Oktober 1944 drangen alliierte Truppen auch auf das Gebiet des Deutschen Reiches vor. Am 8. Mai 1945 (V-E-Day) trat die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht in Kraft, der Krieg in Europa war damit beendet. Bis 1945 arbeiteten sich die US-Truppen im Zuge des sogenannten Island Hopping immer näher an die japanischen Hauptinseln heran, wobei große Teile von Südostasien weiter von japanischen Truppen besetzt blieben. Von Tinian aus starteten die beiden Bomber, die die zwei Atombomben im August 1945 auf Hiroshima und Nagasaki abwarfen. Am 2. September 1945 endete der Zweite Weltkrieg mit der Kapitulation Japans. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg spalteten sich die Alliierten in die von der UdSSR und den USA geführten Machtblöcke und die Ära des Kalten Krieges begann.
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