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InhaltWestliche Welt
| Westliche WeltWestliche LänderUm zu definieren, was typisch für die westliche Gesellschaft und Kultur ist, muss man den Kontext verstehen. Die Definitionen von Westen unterscheiden sich je nach Zeit und Kontext. Es ist nicht immer klar, welche Definition benutzt wird. Historische EinteilungenHellenischDie hellenistische Unterscheidung zwischen Griechen und Barbaren nimmt die Trennung in Ost und West vorweg. Man unterschied zwischen der griechisch sprechenden Kultur des Hauptlands Griechenland, der ägäischen und ionischen Küste sowie Magna Graecia in Süditalien und den umgebenden nicht-griechischen Kulturen des Perserreiches, der Phönizier und Ägypten. Die Einteilung kann man bis zum Trojanischen Krieg zurückverfolgen, der traditionell von 1194–1184 v. Chr. datiert wird. Sofern er eine historische Basis hatte, wurde der Konflikt zwischen den Achaiern und den nicht-griechischen Trojanern im Westen Anatoliens ausgetragen. Die Griechen betrachteten die Perserkriege des frühen 5. Jahrhunderts v. Chr. als Konflikt zwischen Ost und West. Römisches ReichDer Mittelmeer-Raum wurde von den Römern vereint, aber es blieben Unterschiede zwischen der westlichen Hälfte des Reiches, in der hauptsächlich Latein gesprochen wurde, und der urbanisierten östlichen Hälfte, wo Griechisch die Lingua franca war. Im Jahre 292 teilte der römische Kaiser Diokletian das römische Reich in zwei Regionen auf, von denen jede von einem Augustus und einem Caesar (der Tetrarchie) verwaltet wurden. Die westliche Reichshälfte transformierte sich am Ende des 5. Jahrhunderts zu mehreren germanisch-romanischen Reichen, die die Grundlage für die weitere staatliche Entwicklung Westeuropas wurden. Das heute byzantinisch bezeichnete Kaisertum im Osten hielt sich bis zum Ende des Mittelalters. ChristentumIm 4. Jahrhundert war das Christentum zur Staatsreligion im Römischen Reich geworden. Im Westen überdauerte die kirchliche Organisation vielerorts den Verfall der staatlichen Organisation am Ende der Antike und blieb über die Grenzen der frühmittelalterlichen germanischen Nachfolgestaaten hinweg bestehen. Die Führung dieser Westkirche fiel an den Papst (den Patriarchen von Rom), der sich mit der Kaiserkrönung des fränkischen Königs Karls des Großen endgültig der Kontrolle des Kaisers in Konstantinopel entzog. Die Führung der Ostkirche fiel faktisch an den Patriarchen von Konstantinopel, nachdem die anderen Patriarchate wegen der islamischen Expansion an Bedeutung verloren hatten. Beide Kirchen entwickelten sich im Mittelalter getrennt und missionierten den vorher nicht zum römischen Reich gehörenden Norden Europas, und zwar die Westkirche den Nordwesten und die Ostkirche den Nordosten Europas. 1054 kam es mit dem Großen Schisma zum offiziellen Bruch von West- und Ostkirche, und 1204 eroberten fränkische Kreuzritter Konstantinopel während des Vierten Kreuzzugs und vertieften dadurch diesen Gegensatz.
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