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InhaltTechnik
| TechnikTechnikverwendungDass Technik nicht in angewandter Naturwissenschaft aufgeht, wird vollends klar, wenn man ihre Verwendungszusammenhänge in den Blick nimmt. Technische Systeme verwirklichen ihre Funktionen grundsätzlich nur im Rahmen gesellschaftlich geprägten menschlichen Handelns, technische Systeme sind immer Teile soziotechnischer Systeme, und sie verkörpern menschliche Zwecksetzungen, Handlungsmuster und Arbeitsprozesse. Entweder ersetzen sie menschliche Handlungs- und Arbeitsfunktionen (Substitution), z. B. der Buchdruck, der die manuelle Vervielfältigung von Schriften erübrigt, oder sie fügen den menschlichen Handlungssystemen neue, nur technisch darstellbare Teilfunktionen hinzu, die Menschen mit ihrer organischen Ausstattung gar nicht leisten könnten (Komplementation), z. B. das Flugzeug, das dem flügellosen Menschen das Fliegen ermöglicht. Neben die gesellschaftliche Arbeitsteilung (sozioökonomische Produktionsteilung, Berufsdifferenzierung, betriebliche Arbeitszerlegung) tritt im Zuge der Technisierung die soziotechnische Arbeitsteilung, die Aufteilung von Handlungs- und Arbeitsfunktionen zwischen Menschen und technischen Systemen. Im Verlauf der Technikgeschichte wurden immer mehr Handlungs- und Arbeitsfunktionen mit technischen Systemen realisiert. Ein deutliches Muster zeigt sich besonders bei der Substitution: Erst ersetzen Werkzeuge die reine Handarbeit, dann ersetzen Antriebssysteme die Muskelkraft, später ersetzen Steuerungssysteme die menschliche Koordination von Sinneswahrnehmung und Arbeitsbewegung, und inzwischen ersetzen Computer auch einfache geistige Leistungen. In manchen Produktions- und Verwaltungsabläufen hat die soziotechnische Arbeitsteilung das Stadium der Automatisierung erreicht, wobei Menschen weder ständig noch in einem erzwungenen Rhythmus für die Arbeitsabläufe tätig werden müssen. Ob freilich die „menschenleere Fabrik“ möglich und sinnvoll sein wird, ist keineswegs unumstritten, und auch in der Informationsverarbeitungstechnik ist die Frage offen, bis zu welchem Grade die „künstliche Intelligenz“ der Computer die Menschen wirklich ersetzen kann. Wie jede Arbeitsteilung ist auch die soziotechnische Arbeitsteilung auf ergänzende Arbeitsverbindung angewiesen. Menschliche und technische Komponenten im soziotechnischen System werden aufeinander abgestimmt und beeinflussen einander wechselseitig. Die Verwendung von technischen Systemen ist an bestimmte Bedingungen geknüpft (z. B. Bedienbarkeit und Bedienungskompetenz, Beherrschbarkeit und Zuverlässigkeit, Ver- und Entsorgungssysteme usw.) und hat bestimmte Folgen (z. B. Veränderung der Bedürfnisse und der psycho-physischen Funktionen des Menschen, Prägung von Handlungsmustern und Sozialbeziehungen usw.). Ursprünglich haben Arbeitswissenschaft und Industriesoziologie solche Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Technik lediglich für die Industriearbeit untersucht. In den letzten Jahrzehnten ist aber die Technisierung verstärkt auch in die alltägliche Lebensführung und in die privaten Haushalte eingedrungen (PKW, Haustechnik, Telefon, Rundfunk und Fernsehen, Foto-, Video- und Computertechnik), sodass die psychosozialen Folgen der Technikverwendung beträchtliche Dimensionen annehmen, die bislang nur unzulänglich erforscht wurden. Bekannt sind einige allgemeine Entwicklungstendenzen der Gesellschaft, die mit dem Technikeinsatz zusammenhängen. Dazu gehören die anfängliche Zentralisierung und Bevölkerungskonzentration in den Stadt- und Industrierevieren, aber auch die inzwischen durch Verkehrs- und Kommunikationstechnik möglich gewordene neuerliche Dezentralisierung. In der Beschäftigungsstruktur hatte sich der Schwerpunkt zunächst von der Landwirtschaft auf den industriellen Sektor verlagert und verschiebt sich heute zunehmend auf den Dienstleistungssektor. Traditionelle Berufe haben an Bedeutung verloren, und zahlreiche neue Berufe sind entstanden. Darauf reagiert zunächst die Berufsausbildung, allmählich aber auch das allgemeine Bildungssystem. Der nicht zuletzt aufgrund der Technisierung gewachsene Anteil an freier Zeit wird häufig der Technikverwendung, vor allem technischen Hobbyaktivitäten, dem Auto und dem Fernsehkonsum gewidmet.
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