Inhalt
Stetigkeit
| Stetigkeit
Definitionen
Stetigkeit reeller Funktionen
Für reelle Funktionen – also Funktionen, deren Definitionsbereich und Zielbereich Teilmengen der reellen Zahlen sind – sind zwei äquivalente Definitionen der Stetigkeit üblich:

Veranschaulichung der ε-δ-Definition: für ε=0,5 erfüllt δ:=0,5 die Stetigkeitsbedingung.
- Epsilon-Delta-Kriterium
- Die Funktion
 ist stetig in  , wenn zu jedem  ein  existiert, so dass für alle  mit  gilt:  .
Intuitiv bedeutet dies, dass man in eine noch so kleine ε-Umgebung alle Funktionswerte einschließen kann, wenn man die δ-Umgebung für die x-Werte klein genug wählt.
- Folgenkriterium
- Die Funktion
 ist stetig in  , wenn für jede Folge  mit Elementen  , die gegen x0
konvergiert, auch f(xk
) gegen f(x0
) konvergiert.
Eine Funktion heißt stetig in D, wenn sie an jeder Stelle ihres Definitionsbereiches stetig ist.
Der Begriff der Stetigkeit einer Funktion lässt sich auch mit Hilfe des Begriffs des Grenzwerts einer Funktion definieren: Eine Funktion f ist stetig in  genau dann, wenn der Grenzwert von f für  existiert und  gilt oder wenn x0
ein isolierter Punkt ist.
Beispiele
- Die Sinusfunktion
 ist in  stetig.
- Die Kosinusfunktion
 ist in  stetig.
-
 ist (als Komposition der Exponential- und der Kosinusfunktion) in  stetig.
- Die Tangensfunktion
 ist stetig in ihrem gesamten Definitionsbereich D. Dieser ergibt sich wegen  zu  , also zu  . Bemerkung: Keine Unstetigkeitsstellen sind die Argumente  sowie das Argument x = 0 der Kehrwert-Funktion, da die Funktionen an diesen Stellen gar nicht definiert sind und sich Stetigkeit immer nur auf Punkte des Definitionsbereichs beziehen kann.
- Die Kehrwert-Funktion
 ist stetig auf ihrem gesamten Definitionsbereich  .
- Die Signum-Funktion
\operatorname{sgn}(x)=\begin{cases}1\ , & x>0\ ,\\ 0\ , & x=0\ ,\\ -1\ , & x<0\ ,\end{cases}
 stetig, aber an der Stelle 0 unstetig: Der linksseitige Grenzwert ist −1, der rechtsseitige Grenzwert +1 und somit existiert der Grenzwert  nicht. Deshalb ist die Signum-Funktion nicht auf ganz  stetig.
- Die Funktion
f \colon \mathbb{R} \rightarrow \mathbb{R}\ ,\ f(x) := \left\{\begin{array}{ll}\sin\left(\frac{1}{x}\right)\ ,&x \in \mathbb{R}\setminus\{0\}\ ,\\0\ ,&x = 0\ ,\end{array}\right. Oszillationsstelle), in allen anderen Punkten stetig.
- Die Dirichlet-Funktion
f \colon \mathbb{R} \rightarrow \mathbb{R}\ ,\ f(x) := \left\{\begin{array}{ll}1\ ,&x \in \mathbb{Q}\ ,\\0\ ,&x \in \mathbb{R} \setminus \mathbb{Q}\ ,\end{array}\right.
- Die thomaesche Funktion auf dem Intervall [0;1]
f(x) := \begin{cases} 1\ ,& \mbox{wenn } x=0\ , \\ 0\ , & \mbox{wenn } x \mbox{ irrational}\ , \\ \frac 1q\ , & \mbox{wenn } x=\frac pq \mbox{ mit } p, q \in \N \mbox{ und } \operatorname{ggT}(p,q)=1\ , \end{cases}
Eigenschaften
- Sind f und g stetig auf einem gemeinsamen Definitionsbereich D, so sind auch f + g, f - g,
 und  stetig; allerdings muss der Definitionsbereich von  für den Fall, dass g eine oder mehrere Nullstellen hat, auf den Bereich  eingeschränkt werden.
- Die Komposition
 zweier stetiger Funktionen ist ebenfalls stetig.
Linksseitige/rechtsseitige Stetigkeit

Graph einer in x0
linksseitig stetigen Funktion f.
Eine auf einer Menge  definierte Funktion f ist in einem Punkt  linksseitig stetig, wenn für den linksseitigen Grenzwert  gilt. Ist f auf dem ganzen Definitionsbereich linksseitig stetig, so sagt man auch, f ist linksstetig. Analog definiert man rechtsseitige Stetigkeit über den rechtsseitigen Grenzwert.
Eine auf einer Teilmenge der reellen Zahlen definierte Funktion ist also genau dann stetig in x0
, wenn in x0
rechts- und linksseitige Grenzwerte existieren und = f(x0
) sind, also wenn die Funktion in x0
sowohl linksseitig als auch rechtsseitig stetig ist. Dies ermöglicht eine Klassifizierung von Unstetigkeitsstellen.
Copyright- und Lizenzinformationen: Diese Seite basiert auf dem Artikel
Stetigkeit
aus der freien Enzyklοpädιe Wιkιpedιa
und steht unter der Lizenz
Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
Liste der Autoren Anbieterkennzeichnung |
|