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InhaltSoziologie
| SoziologieSoziologisches Verstehen, soziologische ErklärungEinige zentrale Begriffe der SoziologieGesellschaftDer Begriff Gesellschaft bezieht sich auf eine Summe von Beziehungen und Verhältnissen zwischen den einzelnen Menschen. Nicht gemeint ist die bloße räumliche und mengenmäßige Anzahl von Individuen, sondern deren Sozialität. Damit sind Strukturen aus relativ stabilen Verhaltensmustern bezeichnet, die ihren Ursprung im interaktiven menschlichen Handeln haben und in diesem Bereich ihre Wirkung erzielen. Als allgemeinster Begriff von Gesellschaft wird „das jeweilig umfassendste System des menschlichen Zusammenlebens“ bezeichnet. Über spezifischere Merkmale für eine Gesellschaft besteht in der Soziologie keine Einigung. Der Prozess, der aus Individuen Gesellschaftsmitglieder macht, wird „Vergesellschaftung“ genannt. Institution en wie der Staat, die Familie, das Recht oder die Erziehung werden heute als Unterkategorien (auch: Subsysteme) der Gesellschaft begriffen. Die Unterscheidung zwischen Staat und Gesellschaft begründete den Beginn der Soziologie.Die Begriffe „das Soziale“ bzw. „Sozialität“ meinen den Forschungsgegenstand der Soziologie und entsprechen in ihrer Bedeutung dem Begriff der „Gesellschaft“. Soziales HandelnDer Begriff Handeln bedeutet in der Soziologie nach Max Weber ein „Handeln“ (Tun, Dulden oder Unterlassen), das für den Handelnden (den „Akteur“) subjektiv mit „Sinn“ verbunden ist. Laut Max Weber definiert sich „soziales Handeln“ dadurch, dass es auf Andere bezogen, sinnhaft am Verhalten Anderer orientiert ist. Sozialer TatbestandEin „sozialer Tatbestand“ (fait social) ist nach Émile Durkheim „jede mehr oder minder festgelegte Art des Handelns, die die Fähigkeit besitzt, auf den Einzelnen einen äußeren Zwang auszuüben; oder auch, die im Bereiche einer gegebenen Gesellschaft allgemein auftritt, wobei sie ein von ihren individuellen Äußerungen unabhängiges Eigenleben besitzt.“ Integration – DesintegrationSeit Auguste Comte wird in der Soziologie gefragt: Was trennt, was verbindet die Menschen, was sorgt für Fortschritt und zugleich Ordnung? Dieses Thema wurde vor allem im Strukturfunktionalismus – so von Talcott Parsons – behandelt. Gegenwärtig [2008] wird unter anderem die Desintegrationstheorie von Wilhelm Heitmeyer stark rezipiert. Sozialer WandelMit dem sozialen Wandel als der umfassenden Veränderung von relativ stabilen Sozialstrukturen befasst sich die Soziologie seit ihrer Entstehungszeit; er spielt bereits im Denken Saint-Simons und Marx’ eine bedeutsame Rolle. Seine konzeptionelle Fassung erhielt er durch Ogburns Schrift Social Change (1922). In neuerer Zeit steht der soziale Wandel im Fokus von Modernisierungstheorien. Soziale NormSoziale Normen sind Verhaltenserwartungen an Individuen und Gruppen in spezifischen sozialen Situationen mit unterschiedlich starken Verbindlichkeiten, die durch positive und negative Sanktionen durchgesetzt werden. Die Normgebundenheit sozialen Verhaltens ist ein frühes Thema der Soziologie. Mit ihr haben sich insbesondere Emile Durkheim und Talcott Parsons, in der deutschen Nachkriegssoziologie Ralf Dahrendorf und Heinrich Popitz beschäftigt.
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