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Inhalt

Soziologie

Gegenstand und Definition

Geschichte

Soziologisches Verstehen, soziologische Erklärung
  

Einige zentrale Begriffe der Soziologie

Untergliederung der Soziologie

  

Gliederung nach der Reichweite der Theoreme

Reine und angewandte Soziologie

Bedeutende Soziologen

Zeitgenössische soziologische Ansätze/ Siehe auch

Literatur

Fachzeitschriften (Auswahl)

Weblinks/ Einzelnachweise

 

 

Soziologie

Soziologisches Verstehen, soziologische Erklärung

In der Soziologie als Wissenschaft des Sozialen sind Theorie und Erfahrung aufeinander bezogen. Empirisch gehaltvoll sowie den Regeln der Logik folgend, zielt sie darauf, das Beobachtete zu verstehen und dafür Erklärungen mit Hilfe allgemeiner Sätze (Axiome) zu entwickeln. Dem entspricht die Dualität der Untersuchungsansätze: hermeneutisch interpretierende einerseits und kausalanalytische Verfahren andererseits, wobei erstere die Teilnehmerperspektive, letztere die Beobachterperspektive einnehmen.

Soziologische Theorien in Konkurrenz

Soziologische Theorien folgten dabei nie „demselben“ Paradigma, d. h. sie bezogen sich in ihrem wissenschaftlichen Ansatz nicht auf nur eine bestimmte Denkweise. Dies liegt an ihrem theoretischen Schwierigkeitsgrad – ihr Gegenstand ist hochkomplex.

Hinzu kommt: Bereits methodologisch, aber auch häufig aus moralischen Gründen verbietet sich meist das – oft klärende – Experiment; die stattdessen mögliche Befragung impliziert konzeptionelle und Interpretationsprobleme: Beispielsweise bringen Interviewer subjektive Aspekte ein, werden angeschwindelt, in Einzelfällen fälschen sie sogar die Aussagen. Die Soziologie bleibt also immer auch auf Beobachtungen angewiesen. Auch erscheinen je nach den konkreten Fragen die Paradigmata unterschiedlich erfolgversprechend, wenn die Ergebnisse darstellungslogisch ‚einfach‘ und sachlich, finanzierungsbedingt schnell oder kostensparend sein sollen.

Zwei erkenntnistheoretische Hauptansätze sind zu unterscheiden, wobei völlig wertungsfreie von weltanschaulichen Motiven unabhängige Forschungsergebnisse nicht erreicht, aber angestrebt werden können:


(1) Gehen Theorien axiomatisch davon aus, dass „einzelne Akteure sozial handeln“ (pauschal: „die Menschen machen die Gesellschaft“), und man könne auf dieser Grundlage alle soziologischen Fragen behandeln, so brauchen sie eine biologische, anthropologische und besonders eine biosoziologische Fundierung zu so hochkomplexen personalen Handlungsgrundlagen wie dem Willen oder der Rationalität eines Akteurs. Solche Theorien sind insofern problematisch, als sozial handelnde Akteure sowohl handelnde Subjekte als auch Objekte des sozialen Handelns anderer Akteure sind – anders als die forschenden Subjekte in den Naturwissenschaften (vgl. dazu die selbsterfüllende Prophezeiung).

(2) Gehen Theorien stattdessen von axiomatisch zu Grunde gelegten „überpersönlichen Einheiten“ aus, pauschal: „nicht die Individuen geben den Ausschlag“, (z. B. von Einheiten wie den einzelnen „Gesellschaften“, den sechs Residuen, den „vier grundsätzlich möglichen“ Kommunikationsweisen, den beiden Geschlechtern oder „der einen Menschheit“), so müssen deren sozialphilosophische Ausgangsdefinition je und je axiomatisch fundiert sein. Dies erweist sich als äußerst schwierig. Hinzu kommen Abgrenzungsprobleme zwischen zum Beispiel Kollektiven, Motiven, Systemen, Frau und Mann oder Menschen und Nichtmenschen (etwa Tieren oder Robotern).

Diese beiden Hauptkonzepte und ihre Überschneidungen sind die Grundlagen für die große Anzahl unterschiedlicher soziologischer Theorien (siehe unten die Beispiele unter Makrosoziologie und Mikrosoziologie). Hinzu kommt, dass „bei eingeschränkten Fragestellungen“ im soziologischen Alltag Forscher verschiedener wissenschaftstheoretischer Ausrichtung – dank eines in der Soziologie entwickelten umfangreichen mathematischen bis sozialhistorischen Methodenbaukastens – ähnliche bis gleiche, sowohl verlässliche, als auch gültige Befunde erheben.

In der Praxis verzichten viele Soziologen und Soziologinnen häufig darauf, einen einzigen epistemologischen Standpunkt einzunehmen und arbeiten je nach Fragestellung und Ressourcen mit verschiedenen Theorien und Methoden.

 

 

 

 

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