Wurzelzieher

Inhalt

Roman

Definition

  

Fiktionale Erzählung

  

Länge und epischer Zugriff auf das Leben in seiner Totalität

  

Prosa, schriftliche Fixierung und Papier als Trägermedium

  

Intimität der Lektüre und ihre partielle Öffentlichkeit im Moment des Buchdrucks

  

Literarische Schreibweise

Geschichte

  

Der Roman der Antike

  

Die Gattungsbegründung im europäischen Mittelalter, 1000–1500

  

Nicht „Literatur“: Der Roman auf dem frühen Buchmarkt, 1470–1700

  

Der Roman wird „Literatur“: Reformschritte 1670–1790

  

Im Feld der „literarischen“ Gattungen: Entwicklungen des 19. Jahrhunderts

  

Der Roman auf dem Markt globaler Debatten: 20. und 21. Jahrhundert

Gattungen und Genres des Romans/ Siehe auch

Literatur/ Weblinks/ Anmerkungen

 

 

Roman

Stapel von Roman-Neuerscheinungen in einer Buchhandlung, Februar 2009

Der Roman ist im Spektrum der literarischen Gattungen, das sich im 19. Jahrhundert herausbildete, die Langform der schriftlich fixierten Erzählung.

Historisch benachbarte Gattungen sind die kürzere Novelle, sie gibt heute im Englischen (novel) und im Spanischen (novela) den Gattungsbegriff (ein spätes Ergebnis der Mode des 17. Jahrhunderts, die auf kürzere Romane drang), sowie die Kurzgeschichte, die im späten 19. Jahrhundert eigens eingegrenzt wurde.


Die eingehenderen Definitionskriterien (wie eine Auseinandersetzung mit dem Individuum und der Geschichte, die literarische Schreibweise, die Ästhetik oder Schönheit seiner Prosa, die tiefere Bedeutung seiner Fiktion, seine Stellung in der Literaturgeschichte) entwickelten sich in den Abgrenzungsprozessen der letzten vierhundert Jahre: Der Roman wurde in ihnen aus der öffentlichen Geschichtsschreibung ausgegliedert und dem neuen Bereich der Literatur überantwortet (Tagebuch und Autobiographie, die privateren Felder der Geschichtsschreibung, sind darum nach wie vor benachbarte Gattungen der Geschichtsschreibung). Die Fragen nach künstlerischer Qualität, die die Romandiskussion seit dem 18. Jahrhundert bestimmen, dienen im Wesentlichen dazu, triviale und ohne tiefere Wahrheit skandalöse Titel aus der öffentlichen Romandiskussion herauszuhalten. Mit ihnen wird dem größeren Teil der Romanproduktion der Anspruch darauf verwehrt, diskutierenswerte Literatur zu sein. Die aktuellen Kriterien entwickelten sich hier seit dem frühen 18. Jahrhundert im Rahmen einer Entskandalisierung der öffentlichen Romanrezeption.

 

 

 

 

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