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InhaltRational Choice (Wahlforschung)
| Rational Choice (Wahlforschung)WahlparadoxEin großes Problem des traditionellen Rational-Choice-Ansatzes ist, dass er die in Deutschland und anderen Ländern bei Wahlen auf nationaler Ebene anzutreffende relativ hohe Wahlbeteiligung nicht erklären kann. Denn es ist für den Wähler eigentlich nicht rational, sich überhaupt an der Wahl zu beteiligen: Da die eigene Wahlstimme mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht entscheidend für den Wahlausgang ist, kann der Wähler der Wahl genauso gut fernbleiben und erspart sich damit den mit der Wahl verbundenen Aufwand, ohne jedoch auf den erwarteten Nutzen eines bestimmten Regierungshandelns verzichten zu müssen. William Riker und Peter Ordeshook haben zur Verdeutlichung des Wahlparadoxes die folgende Gleichung aufgestellt: R=p*B-C mit R= reward, also dem Nutzeneinkommen aus der Wahlteilnahme,p= probability, also Wahrscheinlichkeit, dass die eigene Stimme die Wahl entscheidet,B= benefit, also Nutzendifferenz zwischen einem Sieg der bevorzugten und der konkurrierenden Partei,C= costs, also Kosten des Wählens (Informationskosten, Zeit etc.). Gibt es, wie bei Bundestagswahlen, sehr viele Wahlberechtigte, so tendiert p*B gegen 0. Auch wenn die Kosten der Wahlteilnahme gering sind, übersteigern sie damit den Nutzen, insofern ist R < 0 und mithin die Wahlteilnahme irrational. Auch Downs war sich dieses Problems bewusst und postulierte einen vom konkreten Wahlausgang unabhängigen langfristigen Nutzen des Wählens: die Aufrechterhaltung eines demokratischen Systems. Die Bürger würden die Wahlteilnahme als Bürgerpflicht ansehen, weshalb viele von ihnen letztlich doch wählen gingen.
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