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Inhalt

Poisson-Verteilung

Herleitung

Eigenschaften

  

Erwartungswert, Varianz, Moment

  

Variationskoeffizient/ Schiefe und Wölbung/ Charakteristische Funktion/ Erzeugende Funktion/ Momenterzeugende Funktion

  

Reproduktivität/ Symmetrie

Beziehung zu anderen Verteilungen

  

Beziehung zur Normalverteilung/ Beziehung zur Erlang-Verteilung/ Beziehung zur Exponentialverteilung

Anwendungsbeispiele

  

Radioaktiver Zerfall/ Zählexperiment

  

Ineffiziente Zählung

  

Blitzeinschläge

  

Verstreute Reiskörner

  Sportergebnisse
  

Grenzwertüberschreitung

Zufallszahlen/ Literatur/ Weblinks

 

 

Poisson-Verteilung

Anwendungsbeispiele

Sportergebnisse

Die (zeitliche) Konstanz der Ereigniswahrscheinlichkeit - eine wesentliche Voraussetzung für die Anwendung der Poissonstatistik (siehe oben unter Poissonsche Annahmen) - ist bei Sportergebnissen natürlich höchstens näherungsweise gegeben. Es wirken viele im Einzelnen nicht isolierbare Einflüsse zusammen und ergeben eine Wahrscheinlichkeit für Punkte oder Tore, die man ohne besseres Wissen eben als konstant annimmt. Auch ob z.B. Tore unabhängig voneinander fallen, ist fraglich. Das Zutreffen dieser Annahmen lässt sich aber im Nachhinein an der Übereinstimmung von Daten und Poissonverteilung testen. Hier gibt es einen 'Spielraum' und keine Eindeutigkeit.

In vielen Sportarten geht es zum Siegen in einem Wettbewerb darum, innerhalb eines bestimmten Zeitraums mehr zählende Ereignisse zu erwirken, als der Gegner.


Die durchschnittliche Anzahl von Toren pro Spiel und Mannschaft betrug während der Gruppenphase der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 der Herren in Südafrika 1,05 (101 Tore in 48 Spielen). Mit diesem Wert können mit Hilfe der Poisson-Verteilung die Verteilung der Tore und die Verteilung der Endergebnisse der Begegnungen berechnet werden. Die Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes Endergebnis ergibt sich hierbei aus dem Produkt der Wahrscheinlichkeiten der beiden Gegner für die entsprechenden Torerfolge. Auch hier ist die Summe aller Wahrscheinlichkeiten 100 %.

Die folgende Tabelle zeigt die berechneten Anteile der Endergebnisse auf der linken Seite und die tatsächlichen Anteile der Endergebnisse auf der rechten Seite. Die Übereinstimmung ist gut, und die Abweichungen zwischen tatsächlichen und berechneten Ergebnissen für einen bestimmten Spielendstand sind weit unten im einstelligen Prozentbereich. Ein Spiel entspricht einem Anteil von 1/48 (= 2,083 %) aller Spiele. In nur einem Fall (Endergebnis 0:1) beträgt die Abweichung zwischen der Berechnung und der tatsächlichen Anzahl von Spielen 2 (oder 3,81 %), in allen anderen Fällen ist sie maximal eins.

Tore
(Parameter k)
berechnet 0 1 2 3 4 geschossen 0 1 2 3 4 Differenz 0 1 2 3 4
P
(λ = 1,05)
35 % 37 % 19 % 7 % 2 %
0 35 % 12 % 13 % 7 % 2 % 1 % 13 % 17 % 6 % 4 % 0 % -1 % -4 % 1 % -2 % 1 %
1 37 % 13 % 14 % 7 % 2 % 1 % 10 % 13 % 8 % 2 % 0 % 3 % 1 % -1 % 0 % 1 %
2 19 % 7 % 7 % 4 % 1 % 0 % 6 % 6 % 4 % 0 % 0 % 1 % 1 % 0 % 1 % 0 %
3 7 % 2 % 2 % 1 % 0 % 0 % 0 % 2 % 2 % 0 % 0 % 2 % 0 % -1 % 0 % 0%
4 2 % 1 % 1 % 0 % 0 % 0 % 2 % 2 % 0 % 0 % 0 % -1 % -1 % 0 % 0 % 0 %
5 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 %
6 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 %
7 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 2 % 0 % 0 % 0 % 0 % -2 % 0 % 0 % 0 % 0 %

Der Physiker Metin Tolan hat in seinem Buch zum Fußballspiel die Anwendbarkeit der Poisson-Verteilung im Sport ausführlich untersucht.

 

 

 

 

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