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Inhalt

Poisson-Verteilung

Herleitung

Eigenschaften

  

Erwartungswert, Varianz, Moment

  

Variationskoeffizient/ Schiefe und Wölbung/ Charakteristische Funktion/ Erzeugende Funktion/ Momenterzeugende Funktion

  

Reproduktivität/ Symmetrie

Beziehung zu anderen Verteilungen

  

Beziehung zur Normalverteilung/ Beziehung zur Erlang-Verteilung/ Beziehung zur Exponentialverteilung

Anwendungsbeispiele

  

Radioaktiver Zerfall/ Zählexperiment

  

Ineffiziente Zählung

  

Blitzeinschläge

  

Verstreute Reiskörner

  

Sportergebnisse

  

Grenzwertüberschreitung

Zufallszahlen/ Literatur/ Weblinks

 

 

Poisson-Verteilung

Wahrscheinlichkeitsfunktion der Poisson-Verteilung für (blau), (grün) und (rot)

Die Poisson-Verteilung (benannt nach dem Mathematiker Siméon Denis Poisson) ist eine diskrete Wahrscheinlichkeitsverteilung, die beim mehrmaligen Durchführen eines Bernoulli-Experiments entsteht. Letzteres ist ein Zufallsexperiment, das nur zwei mögliche Ergebnisse besitzt (z. B. „Erfolg“ und „Misserfolg“). Führt man ein solches Experiment sehr oft durch und ist die Erfolgswahrscheinlichkeit gering, so ist die Poisson-Verteilung eine gute Näherung für die entsprechende Wahrscheinlichkeitsverteilung. Während der Beobachtung, die in beliebig viele Momente unterteilt werden kann, geschieht fast immer nichts und hin und wieder etwas. Die Poisson-Verteilung wird deshalb manchmal als die Verteilung der seltenen Ereignisse bezeichnet (siehe auch Gesetz der kleinen Zahlen). Die Symmetrie zwischen Erfolg und Misserfolg mit jeweils anzugebenden Wahrscheinlichkeiten ist hier verloren gegangen. Beispielsweise erlaubt die Poisson-Verteilung zwar die Berechnung der Wahrscheinlichkeit, dass kein Blitz einschlägt, aber die Frage danach, wie oft der Blitz nicht einschlägt, ist wegen der kontinuierlichen Beobachtung sinnlos.

Zufallsvariablen mit einer Poisson-Verteilung genügen dem Poisson-Prozess.

Die mit bezeichnete Wahrscheinlichkeitsverteilung wird durch den Parameter bestimmt, der gleichzeitig Erwartungswert und Varianz der Verteilung ist. Sie ordnet den natürlichen Zahlen k = 0, 1, 2, ... die Wahrscheinlichkeiten wie folgt zu:

wobei e die Eulersche Zahl (Basis der natürlichen Exponentialfunktion), eine reelle positive Zahl und k! die Fakultät von k bezeichnet.


Die Poisson-Verteilung liefert also Voraussagen über die Anzahl (k) des Eintretens voneinander unabhängiger Ereignisse, die in zufälliger Sequenz innerhalb eines bestimmten Intervalls auftreten, wenn aus vorangehender Beobachtung bereits bekannt ist, wie viele Ereignisse man im Mittel innerhalb dieses Intervalls erwartet (). Sie ist ein Spezialfall der Panjer-Verteilung.

Poisson veröffentlichte 1837 seine Gedanken zu dieser Verteilung zusammen mit seiner Wahrscheinlichkeitstheorie in dem Werk „Recherches sur la probabilité des jugements en matières criminelles et en matière civile“ („Untersuchungen zur Wahrscheinlichkeit von Urteilen in Straf- und Zivilsachen“).

Erweiterungen der Poisson-Verteilung wie die Verallgemeinerte Poisson-Verteilung und die Gemischte Poisson-Verteilung werden vor allem im Bereich der Versicherungsmathematik angewendet.

 

 

 

 

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