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Mehrgitterverfahren
Beschreibung

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Mehrgitterverfahren

Beschreibung

Die Grundidee ist, den unbekannten Fehler zu einer gegebenen Näherung auf einem feinen Gitter, auf einem gröberen Gitter zu approximieren. Da auf dem gröberen Gitter weniger Unbekannte gegeben sind, ist dies günstig möglich. Rekursive Anwendung auf einer Hierarchie von gröber werdenden Gittern liefert eine Mehrgitter-Struktur.

Der Einsatz der groben Gitter beschleunigt die Informationsausbreitung über dem Diskretisierungsgebiet. Die Kombination von Grobgitterkorrektur und Glätter ergibt eine schnelle, maschenweitenunabhängige Konvergenzrate.

Lineare Gleichungssysteme

Zunächst sei auf jedem Gitter ein lineares Gleichungssystem Al x = bl mit regulärer quadratischer Matrix gegeben. Auf die Näherung xkl auf einem feinen Gitter wird dann als erstes ein Glätter Sl angewandt, der hochfrequente Fehleranteile dämpft, wodurch ein glatter Fehler entsteht. Was ein sinnvoller Glätter ist, hängt davon ab welche partielle Differentialgleichung gelöst werden soll. Für viele sind Gauß-Seidel- oder Jacobi-Relaxation geeignet. Das zugehörige Residuum rl = bl - Al Sl xkl wird auf das nächstgröbere Gitter restringiert: rl-1 = Rrl . Die Restriktion R ist dabei eine Abbildung vom feinen auf das nächstgröbere Gitter. Da niederfrequente Fehleranteile auf feinen Gittern hochfrequenten Fehleranteilen auf gröberen Gittern entsprechen, ergibt sich mit der Residuumsgleichung Al-1 e = rl-1 für den Fehler e ein Problem mit ähnlicher Struktur wie das Ursprungsproblem, allerdings mit kleinerer Dimension.

Dies wird rekursiv bis zum gröbsten Gitter wiederholt (V-Zyklus), wo das Gleichungssystem direkt gelöst werden kann. Der berechnete Fehler wird dann sukzessive mittels Prolongation P auf die feineren Gitter rückprolongiert und geglättet. Schließlich wird mit der Fehlerapproximation auf dem feinsten Gitter die ursprüngliche Näherung der Lösung korrigiert. Eine Iteration des Mehrgitter-Verfahrens sieht dann folgendermaßen aus:


MG(xl , bl , l)
if (l = 0), xl = A-1l bl (Löse exakt auf gröbstem Gitter)
else
(Vorglättung)
rl-1 = Rl-1, l (bl - Al xl ) (Restriktion)
vl-1 = 0
Für MG(vl-1 , rl-1 , l-1) (Berechnung der Grobgitterkorrektur)
xl = xl + Pl, l-1 vl-1 (Prolongation der Grobgitterkorrektur)
(Nachglättung)
end if
End

Dies funktioniert bei einem linearen Problem Ax = b mit Lösung x* , da dann der Fehler e = xk - x* der Näherungslösung xk über die Residuumsgleichung Ae = r = Axk - b berechnet werden kann.

Mehrgitterverfahren können die Norm des Fehlers für das Poisson-Problem in einem V-Zyklus um mehr als den Faktor 10 reduzieren, sind hier also äußerst effektiv.

Full Approximation Scheme

Auf ein nichtlineares Problem L(u) = f lässt sich das obige Vorgehen nicht direkt übertragen, da die Residuumsgleichung L(e) = r gar nicht lösbar sein muss. Deswegen löst man da auf dem groben Gitter statt dessen L(u + e) = L(u) + r, was im linearen Fall äquivalent wäre. Es ergibt sich dann

if (l = 0), ul = L-1l fl
else
rl = fl - Ll ul
Wähle und sl-1
Für
end if
End

beschreibt dabei eine Approximation an die Lösung und sl wird so klein gewählt, dass das entsprechende nichtlineare Gleichungssystem lösbar ist. s = 1 entspricht dem Full Approximation Scheme (FAS) von Achi Brandt (1977). Eine Variante dieses Verfahrens wird in der numerischen Strömungsmechanik eingesetzt.

 

 

 

 

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