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Inhalt

Mannigfaltigkeit

Einführendes Beispiel

Geschichtlicher Überblick

Arten von Mannigfaltigkeiten

  

Differenzierbare Mannigfaltigkeiten

  

Komplexe Mannigfaltigkeiten

  

Riemannsche Mannigfaltigkeiten

  

Semi-Riemannsche Mannigfaltigkeiten

  

Lie-Gruppen

Eigenschaften/ Strukturierte Mannigfaltigkeiten

Beispiele

  

Möbiussches Band/ Kleinsche Flasche

Klassifizierung und Invarianten von Mannigfaltigkeiten

Anwendungen/ Weblinks/ Literatur

 

 

Mannigfaltigkeit

Klassifizierung und Invarianten von Mannigfaltigkeiten

Am Anfang des Artikels wurde dargestellt, dass Mannigfaltigkeiten unterschiedliche Strukturen allgemeiner Art tragen können. Bei der Klassifikation von Mannigfaltigkeiten müssen diese Strukturen natürlich beachtet werden. So können zwei Mannigfaltigkeiten aus topologischer Sicht äquivalent sein, was bedeutet, dass es einen Homöomorphismus gibt, der die eine Mannigfaltigkeit in die andere überführt, jedoch können diese zwei Mannigfaltigenkeiten unterschiedliche, nicht verträgliche differenzierbare Strukturen tragen, dann sind sie aus Sicht der Differentialgeometrie nicht äquivalent; aus der Sicht der Topologie können sie dagegen äquivalent sein. Sind zwei Mannigfaltigkeiten aus einer vorgegebenen Sicht äquivalent, so haben diese auch die gleichen, zu dieser Sicht passenden Invarianten, zum Beispiel gleiche Dimension oder gleiche Fundamentalgruppe.

Die Klassifikation geschlossener Mannigfaltigkeiten ist in den Dimensionen zwei und drei bekannt. Mannigfaltigkeiten dieser Dimension haben die besondere Eigenschaft, dass jede topologische Mannigfaltigkeit genau eine differenzierbare Struktur zulässt. Dies hat zur Folge, dass sich bei der Untersuchung solcher Mannigfaltigkeiten topologische und differentialgeometrische Methoden kombinieren lassen. In der Theorie der zweidimensionalen, geschlossenen Mannigfaltigkeiten gibt es den Klassifikationssatz für 2-Mannigfaltigkeiten. So sind zwei geschlossene Flächen mit gleichem Geschlecht zueinander diffeomorph, wenn sie beide orientierbar beziehungsweise beide nicht-orientierbar sind. Geschlossene Flächen sind also durch die Invarianten Orientierbarkeit und Geschlecht vollständig bestimmt. Für dreidimensionale, geschlossene Mannigfaltigkeiten ist mittlerweile die wichtige „Vermutung zur Geometrisierung von 3-Mannigfaltigkeiten“ bewiesen. Diese Theorie enthält als Spezialfall die Vermutung von Poincaré.


Bei vierdimensionalen Mannigfaltigkeiten ist das Klassifizieren sehr kompliziert. Man nennt den euklidischen Raum , die Sphäre und den hyperbolischen Raum Hn Modellräume (im Englischen: model spaces), da ihre Geometrie verhältnismäßig einfach zu beschreiben ist. In Dimension Vier sind diese Räume auch sehr komplex. So weiß man, dass die Sphäre mindestens zwei nicht verträgliche differenzierbare Strukturen besitzt. Der (nicht geschlossene) euklidische Raum besitzt sogar überabzählbar viele. Aus diesem Grund ist die vierte Dimension eine Besonderheit, denn in allen anderen Dimension lässt sich nur genau eine differenzierbare Struktur auf definieren. Ab Dimension fünf erweist sich das Klassifizieren als etwas einfacher. Jedoch gibt es auch hier noch viele offene Fragen, und das Klassifizieren ist immer noch sehr komplex. Aus diesem Grund beschränkt man sich oftmals darauf zu untersuchen, ob Mannigfaltigkeiten unterschiedlichen Klassen angehören, also ob sie unterschiedliche Invarianten besitzen. So nutzt man unter anderem Techniken aus der algebraischen Topologie, wie zum Beispiel die Homotopietheorie oder die Homologietheorie, um Mannigfaltigkeiten auf Invarianten zu untersuchen, beispielsweise einer Invariante für den „einfachen Zusammenhang“.

Mannigfaltigkeiten mit konstanter Krümmung (von links nach rechts): Der Hyperboloid mit negativer Krümmung, der Zylinder mit Krümmung null und die Sphäre mit positiver Krümmung.

Zusammenhängende differenzierbare Mannigfaltigkeiten besitzen keine lokalen Invarianten. Das heißt, diese Eigenschaften gelten global für die ganze Mannigfaltigkeit und sind nicht von einem Punkt abhängig. Bei riemannschen Mannigfaltigkeiten ist dies anders. Mit Hilfe ihres Skalarproduktes können Krümmungen definiert werden. Der wichtigste Krümmungsbegriff ist der riemannsche Krümmungstensor, aus dem die meisten anderen Krümmungsbegriffe abgeleitet werden. Der Wert des Krümmungstensors ist abhängig von Punkt der Mannigfaltigkeit. So sind die Invarianten von Mannigfaltigkeiten mit Skalarprodukt vielfältiger als die von differenzierbaren Mannigfaltigkeiten ohne Skalarprodukt. Die Schnittkrümmung ist eine wichtige aus dem Krümmungstensor abgeleitete Größe. Für riemannsche Mannigfaltigkeiten mit konstanter Schnittkrümmung ist eine Klassifikation bekannt. Es lässt sich zeigen, dass solche Mannigfaltigkeiten isometrisch (also äquivalent) zu sind. Wobei N für einen der oben erwähnten Modelräume oder steht und eine diskrete Untergruppe der Isometriegruppe J(N) ist, die frei und eigentlich diskontinuierlich auf N operiert. In der globalen riemannschen Geometrie untersucht man Mannigfaltigkeiten mit global beschränkter Krümmung auf topologische Eigenschaften. Ein besonders bemerkenswertes Resultat aus diesem Bereich ist der Sphärensatz. Hier wird aus bestimmten topologischen Eigenschaften und einer durch beschränkten Schnittkrümmung K gefolgert, dass die Mannigfaltigkeit homöomorph (topologisch äquivalent) zur Sphäre ist. Im Jahr 2007 konnte sogar bewiesen werden, dass unter diesen Voraussetzungen die Mannigfaltigkeiten diffeomorph sind.

 

 

 

 

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