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KonditionIn der numerischen Mathematik beschreibt man mit der Kondition die Abhängigkeit der Lösung eines Problems von der Störung der Eingangsdaten. Die Konditionszahl stellt ein Maß für diese Abhängigkeit dar; sie beschreibt den Faktor, um den Eingangsfehler im ungünstigsten Fall verstärkt werden. Sie ist unabhängig von konkreten Lösungsverfahren. EinleitungIn der Numerik unterscheidet man zwischen den drei Größen eines Verfahrens: Kondition, Stabilität und Konsistenz, die untereinander stark verwandt sind. Die Beziehung zwischen Kondition eines Problems und Stabilität lässt sich wie folgt modellieren: Es sei
Mit der Dreiecksungleichung gilt: Hierbei bezeichnet man mit Absolute KonditionDie absolute Kondition
Relative KonditionDie relative Kondition wird definiert als kleinste Zahl
Aus der Definition folgt mit Umstellen sofort, dass für eine in
Herleitung der relativen Konditionszahl aus der Taylor-ReiheLässt man in der Taylorreihe Terme höherer Ordnung unberücksichtigt, so ergibt sich
folglich Hierbei stellt Um den relativen Fehler in der Eingabe auf der rechten Seite sichtbar zu machen, wird nun noch mit Somit ist alleine aus der Taylorreihe ersichtlich, dass die Fehlerverstärkung durch
in guter Näherung (Terme höherer Ordnung wurden vernachlässigt!) beschrieben ist. Kondition von Linearen AbbildungenDie Kondition von linearen Abbildungen lässt sich mithilfe der relativen Kondition herleiten. Setzt man für so ist die Kondition von Matrizen die größtmögliche Verzerrung der Einheitskugel:
Ist der Kern der Matrix nicht trivial, gibt es also Vektoren, die nicht 0 sind und auf die Null abgebildet werden, dann ist
InterpretationIst die Konditionszahl Die Bedeutung der Kondition wird offensichtlich, wenn man sich den Unterschied zwischen den realen Eingangsdaten (beispielsweise reelle Zahlen) und den tatsächlichen Eingangsdaten in Form von Maschinenzahlen klar macht. Es liegen also einem Computerprogramm stets bereits verfälschte Daten vor. Das Computerprogramm sollte nun ein brauchbares Ergebnis liefern. Wenn aber das Problem bereits schlecht konditioniert ist, darf man keine Wunder mehr vom Algorithmus erwarten. BeispieleMultiplikationDie Multiplikation ist eine Abbildung
Die Multiplikation kann als gut konditioniert angesehen werden. AdditionAddition:
Die Addition ist daher für Numerische AspekteEines der Aufgabengebiete der Numerik ist die Untersuchung und Optimierung der Kondition für gegebene Probleme wie das Lösen von Gleichungssystemen. Bei der numerischen Lösung wird nun ein Problem in Teilprobleme zerlegt. Oft kann ein in schlecht konditionierte Probleme zerlegter Lösungsweg so durch eine geschicktere Zerlegung ersetzt werden, dass sich die Gesamt-Kondition entscheidend verbessert. So erreicht man bei Matrizen durch geschickte Zeilenvertauschung eine bessere Gesamt-Kondition (hierbei wird die Kondition der Matrix an sich nicht verändert); bei längeren Berechnungen versucht man Additionen sehr kleiner Zahlen oder Subtraktionen annähernd gleich großer Zahlen zur Vermeidung von Auslöschung zu umgehen. Die äquivalente Umformulierung eines Problems mit dem Ziel der Konditionsverbesserung nennt man Vorkonditionierung. LiteraturDeuflhard, Hohmann: Numerische Mathematik I - deGruyter
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