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InterpolationNeu: Das Wurzelzieher Mathepedia Forum. Jetzt registrieren und mit anderen Nutzern über Mathematik diskutieren! Der Begriff Interpolation bezeichnet eine Klasse von Problemen und Verfahren aus der numerischen Mathematik. Zu gegebenen diskreten Daten (z.B. Messwerten) soll eine kontinuierliche Funktion (die so genannte Interpolante) gefunden werden, die diese Daten abbildet. Man sagt dann, die Funktion interpoliert die Daten. Einführung
Manchmal sind von einer Funktion nur einzelne Punkte bekannt, aber keine analytische Beschreibung der Funktion, um sie an beliebigen Stellen auswerten zu können. Ein Beispiel sind Punkte als Resultat einer physikalischen Messung. Könnte man die Punkte durch eine (eventuell glatte) Kurve verbinden, so wäre es möglich, die unbekannte Funktion an den dazwischenliegenden Stellen zu schätzen. Ein anderes Szenario besteht aus einer schwierig handhabbaren Funktion, die man durch eine einfachere approximativ darstellen will. Eine Interpolationsfunktion kann diese Anforderung der Einfachheit erfüllen. Diese Aufgabe bezeichnet man als Interpolationsproblem. Es gibt für das Problem mehrere Lösungen, der Anwender muss zunächst geeignete Ansatzfunktionen wählen. Je nach Ansatzfunktionen erhalten wir eine andere Interpolante. Die Interpolation ist eine Art der Approximation: die betrachtete Funktion wird durch die Interpolationsfunktion in den Stützstellen exakt wiedergegeben und in den restlichen Punkten immerhin näherungsweise. Die Approximationsgüte hängt vom Ansatz ab. Um sie zu schätzen, werden Zusatzinformationen über die Funktion Bei anderen Approximationsverfahren wie z.B. der Ausgleichungsrechnung wird nicht gefordert, dass die Messdaten exakt wiedergegeben werden; das unterscheidet diese Verfahren von der Interpolation. Bei dem verwandten Problem der Extrapolation werden Werte geschätzt, die über den Definitionsbereich der Daten hinausgehen. InterpolationsproblemeDas allgemeine InterpolationsproblemGegeben seien Das lineare InterpolationsproblemMan spricht von einem linearen Interpolationsproblem, wenn
Insbesondere die Polynominterpolation ist ein solches lineares Interpolationsproblem. Für die Polynominterpolation gilt
Spezialfälle für Des Weiteren ist die trigonometrische Interpolation eine lineare Interpolation:
Nichtlineare InterpolationsproblemeZu den wichtigsten nichtlinearen Interpolationsproblemen zählt
InterpolationsverfahrenLineare InterpolationDie von Isaac Newton begründete lineare Interpolation ist am einfachsten und wird wohl in der Praxis am häufigsten benutzt. Hier werden zwei gegebene Datenpunkte
Detaillierte Erläuterungen siehe Allgemeine lineare Interpolation weiter unten. Höhergradige Polynome
Der Fundamentalsatz der Algebra garantiert, dass man zu
Weitere Verfahren zur Polynominterpolation siehe dort. Stückweise Interpolation
Da Polynome mit zunehmendem Grad immer instabiler werden (d.h. sie schwingen stark zwischen den Interpolationspunkten), werden in der Praxis Polynome mit Grad > 5 kaum eingesetzt. Stattdessen interpoliert man einen großen Datensatz stückweise. Im Fall der linearen Interpolation wäre das ein Polygonzug, bei Polynomen vom Grad 2 oder 3 spricht man üblicherweise von Spline-Interpolation. Bei abschnittsweise definierten Interpolanten ist die Frage der Stetigkeit und Differenzierbarkeit an den Stützstellen von großer Bedeutung.
Hermite-InterpolationSind zusätzlich zu den Stützstellen Trigonometrische InterpolationWählt man als Ansatzfunktion ein trigonometrisches Polynom, so erhält man eine trigonometrische Interpolation. Die Interpolationsformel
entspricht einer Fourier-Entwicklung der unbekannten Interpolanten. Die Fourier-Koeffizienten
Dabei wird angenommen, dass die Stützstellen Logarithmische InterpolationVermutet bzw. weiß man, dass den Daten eine logarithmische Funktion zugrunde liegt, so empfiehlt sich dieses Verfahren. Bei der logarithmischen Interpolation werden zwei bekannte Datenpunkte Oder anders formuliert: Beispiel: Allgemeine lineare InterpolationEs sei
und stetig mit dem Wert und stetig fortgesetzt zu Nun sieht man leicht, dass auf den Nullstellen Sind jetzt Werte
Im Falle einer abzählbaren Nullstellenmenge muss die Konvergenzbedingung erfüllt sein. Beispiele:
Stützstellendarstellung von PolynomenSei AnwendungenIn vielen Anwendungen von Interpolationsverfahren wird behauptet, dass durch Interpolation neue Daten aus bestehenden Daten hinzugewonnen werden. Dies ist aber falsch. Durch Interpolation kann nur der Verlauf einer kontinuierlichen Funktion zwischen bekannten Abtastpunkten abgeschätzt werden. Diese Abschätzung basiert meist auf der Annahme, dass der Verlauf einigermaßen "glatt" ist, was in den meisten Fällen zu plausiblen Resultaten führt. Die Annahme muss aber nicht notwendigerweise zutreffen. Höhere Frequenzanteile, die bei der Digitalisierung eines Signals aufgrund des Abtasttheorems verloren gegangen sind, können auch durch anschließende Interpolation nicht wieder rekonstruiert werden. In der Bildbearbeitung verwendet man Interpolationsverfahren, um gerasterte Bilder zu vergrößern (digitaler Zoom). Da diese Bilder aber nur eine begrenzte Bildauflösung haben, führt die Wiederholung von Bildpunkten zu einem Treppen-Effekt. Das Phänomen ist allgemein auch als Alias-Effekt bekannt. Interpoliert man stattdessen die hinzugefügten Bildpunkte aus den bekannten Nachbarpunkten (Antialiasing), so werden die Kanten glatter, was aber zu Lasten der Bildschärfe geht. Die optische Auflösung des Bildes wird durch die Interpolation nicht vergrößert. Literatur
Siehe auch
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