Wurzelzieher

Inhalt

Industrielle Revolution

Begriffsgeschichte

Die Entstehungsbedingungen in Großbritannien

Landwirtschaftlicher Vorlauf

Wirtschaftswandel im Zeichen des technischen Fortschritts

  Beginnendes Maschinenzeitalter
  

Die Spinnmaschine und der mechanische Webstuhl

  

Die Dampfmaschine

  

Kohleabbau und Schwerindustrie

Entwicklung der Verkehrswege und Verkehrsmittel

  

Die Eisenbahn

  

Die Dampfschifffahrt

Kapitalismus im Werden

  

Kapitalbildung

  

Neue Formen der industriellen Produktion

  

Entstehung des Arbeitsmanagements

Sozialer Wandel und politische Folgen

  

Bevölkerungswachstum in gewandelter Umwelt

  

Urbanisierung und proletarische Existenzbedingungen

  

Widerstände und Reformansätze

  

Revolutionslehre nach Marx und Engels

  

Entwicklung des Lebensstandards

Rezeptions- und Deutungsaspekte

Literatur

Siehe auch/ Weblinks/ Einzelnachweise

 

 

Industrielle Revolution

Wirtschaftswandel im Zeichen des technischen Fortschritts

Beginnendes Maschinenzeitalter

Lokomotive „The Rocket“ von George und Robert Stephenson von 1829 im Londoner Science Museum.

Textildruck, 1890

Die Ratinger Textilfabrik Cromford gilt als erste Fabrik auf dem europäischen Kontinent

Animation einer doppelt wirkenden Dampfmaschine mit Fliehkraftregler

Erste geologische Karte für Großbritannien von 1815, erstellt von William Smith
Geologische Karten ermöglichen die gezielte Suche nach Bodenschätzen

Die seit Mitte des 18. Jahrhunderts zunehmende Anzahl von mechanischen Erfindungen und die neuartige Nutzung nicht-menschlicher Energie kam insbesondere in dem als Schlüsselindustrie fungierenden Textilgewerbe produktiv zur Geltung. David S. Landes fasst den technischen Kerngehalt der Industriellen Revolution in drei Prozessen zusammen: 1. die Mechanisierung von Handarbeit durch Maschinen, 2. die mechanische Energieerzeugung und Energieumwandlung vor allem durch die Dampfmaschine, 3. die massenhafte Verwendung der mineralischen Grundstoffe Kohle und Eisen.

Nach Werner Heisenberg basierte die Technik des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts auf der Verwendung mechanischer Prozesse. Technische Erfindungen wie die Spinning Jenny und der mechanische Webstuhl erlaubten die maschinelle Textilverarbeitung und schufen die Grundlage für das entstehende Fabriksystem, eine auf innerbetrieblicher Arbeitsteilung und Maschinennutzung beruhende neue Produktionsform (Industriekapitalismus). Die Textilindustrie gab Anstoß zur Entstehung und Entwicklung weiterer Industriezweige.


Erste Beispiele für die durch Maschinen ermöglichte Produktionssteigerung waren Spinnmaschine und mechanischer Webstuhl, beide den Werkzeugmaschinen zugehörig, für Marx die bedeutendste Erfindung der Industriellen Revolution. Ihr Mechanismus bewirke „mit seinen Werkzeugen dieselben Operationen (…), welche früher der Arbeiter mit ähnlichen Werkzeugen verrichtete“. Neben der Textilindustrie fanden Werkzeugmaschinen vornehmlich in der metallverarbeitenden Industrie Verbreitung. Oft imitierten die Maschinen nur die Aktivitäten der menschlichen Hand. Diese Art von Technik konnte als eine Fortsetzung und Erweiterung der alten Handwerke (wie beispielsweise Weben, Spinnen, Lastentransport oder Eisenschmieden) betrachtet werden.

Als wichtigste Maschine der Industriellen Revolution wird gemeinhin die Dampfmaschine angesehen. Sie ersetzte weitgehend die wesentlich unbeständigeren bzw. leistungsärmeren herkömmlichen Antriebskräfte, die auf dem Einsatz von Menschen und Tieren sowie auf der Nutzung von Wind und Wasser beruhten. Ebenfalls von großer Bedeutung war die Dampflokomotive, denn sie beschleunigte u. a. den Transport von Waren. Die Einführung und Verbreitung der Dampfmaschine führte zu einer Intensivierung der Industrieproduktion. So wurde z. B. die Textilindustrie zunehmend von den vorher heimischen Kleinproduktionsstätten in große Fabriken umgelagert, wo dampfgetriebene Spinnmaschinen und Webstühle schnell und produktiv die auf dem europäischen Kontinent begehrten Stoffe herstellten.

Als Folge mechanisierter Produktion stieg die Nachfrage nach Brennstoffen, wodurch Kohleabbau lukrativ und durch weitere Erfindungen immer produktiver wurde. Eine weitere wichtige technische Grundlage war die Erfindung des Kokshochofens zur Eisenverhüttung durch Abraham Darby. Mit Rädern versehen und auf Schienen gestellt, wurde die Dampfmaschine als Eisenbahn (Robert Stephensons' „Rocket“) erfunden, die eine enorme Effizienzsteigerung im Transportwesen ermöglichte. Durch fortschreitende Spezialisierung trieb die Industrialisierung im Zusammenhang mit der kapitalistischen Kommerzialisierung in einem bis heute anhaltenden Prozess immer neue Gewerbe hervor.

 

 

 

 

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