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InhaltIndustrielle Revolution
| Industrielle RevolutionEntwicklung der Verkehrswege und VerkehrsmittelDie EisenbahnAuch das Eisenbahn-Zeitalter ging aus dem britischen Kohlenbergbau hervor. Hier zuerst wurden in größerem Umfang Eisenschienenstränge als Transportwege verlegt, Dampfmaschinen zur Entwässerung eingesetzt und schließlich Lokomotiven daraus entwickelt. Führend in der Umstellung des Gütertransports auf Schienenwege mit von Pferden gezogenen „waggons“ war das Kohlebergbaugebiet um Newcastle im Nordosten Englands. Auf „waggon-wags“ wurde die Kohle von den Zechen zu Flüssen, Kanälen oder an die See befördert. Besonders wichtig wurden die um 1800 etwa 480 Kilometer Schienenwege in England als Erprobungsstrecken für den Einsatz von Dampflokomotiven. Deren stetige Fortentwicklung seit Anfang des 19. Jahrhunderts lohnte unmittelbar, weil der Brennstoff Kohle im Bereich der Zechen billiger kam als die Beschaffung des Pferdefutters von außerhalb. Die zwischen 1811 und den 1830er-Jahren zwischen Middleton und Leeds verkehrende Zechenbahn wurde zum Prototyp der dampfgetriebenen Zahnradbahn. Erst in den 1820er-Jahren konnte aber durch das neue Walzverfahren aus Puddeleisen eine Bruchfestigkeit der Schienen erreicht werden, die dem Eigengewicht der Lokomotiven auf Dauer standhielt. Nicht nur für den Gütertransport, sondern auch für den Personenverkehr und das Reisen begann damit eine neue Epoche. Die ruckartige Fortbewegung zu Pferde und in der Kutsche wurde durch den in eine gleichmäßige Vorwärtsbewegung umgesetzten Maschinenantrieb ersetzt und zu Geschwindigkeiten gesteigert, die anfangs zum Teil Furcht und Schwindelgefühle hervorriefen. Mit der „Vernichtung von Raum und Zeit“ wurde die Wirkung der neuen Fortbewegungsart verknüpft, weil in derselben Zeit nun ein Mehrfaches an Entfernungen zurückgelegt werden konnte. Der in Paris lebende Heinrich Heine kommentierte die Eröffnung der Eisenbahnlinien nach Rouen und Orléans 1843 so: Tatsächlich abgeschafft wurden im Zuge des Schienenreiseverkehrs die diversen englischen Lokalzeiten, da mit ihnen brauchbare Fahrpläne nicht möglich waren. In den 1840er-Jahren wurde für den Eisenbahnverkehr eine Zeitvereinheitlichung vorgenommen; allerdings bestanden die lokalen Ortszeiten daneben noch bis 1880 fort. Erst dann wurde die Greenwich-Zeit, die für alle Linien maßgebliche Eisenbahn-Standardzeit, in ganz England allein gültig. Mit der Eisenbahn kam auch die Zersiedlung des städtischen Umlands in Gang. Über die Entstehung der Londoner Suburbs hieß es 1851: Mitte des 19. Jahrhunderts waren ca. 25.000 Menschen im britischen Eisenbahnbau beschäftigt, etwa 50.000 weitere im Bahnbetrieb. Bis dahin war der Personenverkehr wichtigste Einnahmequelle des Bahngeschäfts. Erst nach 1850 überwogen die Einnahmen aus dem Güterverkehr, was auch an der lange fortbestehenden Effizienz der Kanaltransporte lag.
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