Wurzelzieher

Inhalt

Industrielle Revolution

Begriffsgeschichte

Die Entstehungsbedingungen in Großbritannien

Landwirtschaftlicher Vorlauf

Wirtschaftswandel im Zeichen des technischen Fortschritts

  

Beginnendes Maschinenzeitalter

  

Die Spinnmaschine und der mechanische Webstuhl

  

Die Dampfmaschine

  

Kohleabbau und Schwerindustrie

Entwicklung der Verkehrswege und Verkehrsmittel
  

Die Eisenbahn

  

Die Dampfschifffahrt

Kapitalismus im Werden

  

Kapitalbildung

  

Neue Formen der industriellen Produktion

  

Entstehung des Arbeitsmanagements

Sozialer Wandel und politische Folgen

  

Bevölkerungswachstum in gewandelter Umwelt

  

Urbanisierung und proletarische Existenzbedingungen

  

Widerstände und Reformansätze

  

Revolutionslehre nach Marx und Engels

  

Entwicklung des Lebensstandards

Rezeptions- und Deutungsaspekte

Literatur

Siehe auch/ Weblinks/ Einzelnachweise

 

 

Industrielle Revolution

Entwicklung der Verkehrswege und Verkehrsmittel

Mit dem Aufschwung der gewerblichen Produktion und des Handels erwiesen sich die vielfach noch auf das Römische Reich zurückgehenden Straßen in England als völlig unzureichend für den zunehmenden Transport- und Verkehrsbedarf. Kanäle und Schienenwege wurden daher ebenso zu Kennzeichen der frühindustriellen Entwicklung wie Lokomotiven und Schiffe mit Dampfmaschinenantrieb.

Von den Römerstraßen zum „Kanal-Zeitalter“


Mit den landwirtschaftlichen Ertragssteigerungen, die zunehmend überörtlich abgesetzt und in den wachsenden Städten nachgefragt wurden, sowie mit der steigenden Baumwollproduktion, Kohleförderung und Eisenherstellung wurden verbesserte Transportwege und –mittel zunehmend wichtiger. Die noch von den Römern errichteten Straßen waren für einen wirtschaftlichen Überlandtransport von Massengütern nicht geeignet und über die Jahrhunderte nur ungenügend instand gehalten worden. Verstärkte Straßenbaumaßnahmen allein lösten dieses Problem nicht; und die vorhandenen natürlichen Wasserwege führten teils zu wenig Wasser oder eben nicht zu den wichtigen Rohstofflagern und Produktionszentren. Als eine sehr erfolgreiche Ergänzung und Alternative erwies sich dem gegenüber nach der Mitte des 18. Jahrhunderts der Kanalbau. Im Vergleich zu unbefestigten Straßen, auf denen vier bis sechs Zugpferde einen mit 1,5 Tonnen Nutzlast beladenen Wagen befördern konnten (auf befestigten Straßen bis zu 4 Tonnen), war es auf den Narrowboat-Kanälen möglich, einen mit 30 Tonnen Nutzlast beladenen Kahn von einem einzelnen Zugpferd befördern zu lassen.

Als Vorreiter des Kanalbaus in Großbritannien fungierte der Duke of Bridgewater, der die Kohle aus dem ihm gehörigen Abbaugebiet bei Worsley günstig nach Manchester überstellen wollte. Mit dem Bridgewater-Kanal, der sich als höchst einträgliche Investition erwies, löste er binnen kurzem eine Vielzahl von Kanalbauten aus, sodass bereits 1790 die Themse in einem Kanalnetz mit Trent, Mersey und Severn verbunden war. Neben privaten Landbesitzern waren auch die zwecks Vorfinanzierung und Gewinnerzielung gegründeten Kanalgesellschaften am fortlaufenden Ausbau des Wasserstraßennetzes beteiligt. Mitte des 19. Jahrhunderts verkehrten in Großbritannien mehr als 25.000 meist von Pferden gezogene Lastkähne, auf denen mindestens die doppelte Anzahl Menschen lebte.

 

 

 

 

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