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InhaltIndustrielle Revolution
| Industrielle RevolutionBegriffsgeschichteDer Begriff der industriellen Revolution kam ursprünglich als Analogie zur Französischen Revolution in Gebrauch. Die Veränderungen der gewerblichen Produktionsformen vor allem in Großbritannien erschienen epochal ähnlich bedeutsam wie der politische Wandel in Frankreich. In diesem Sinne wurde der Begriff zum Beispiel 1827 in einem Bericht der Zeitung Moniteur Universel verwendet und ebenso 1837 durch Adolphe Jérôme Blanqui. Dessen Kurzformel: „Kaum dem Gehirn der beiden genialen Männer Watt und Arkwright entsprossen, nahm die industrielle Revolution von England Besitz“, ist mit dem heutigen wirtschaftshistorischen Forschungsstand allerdings unvereinbar: „Die Sicht der industriellen Revolution als einer Heldengeschichte großer Erfinder bedarf dringend einer Revision“, heißt es bei Pierenkemper. Bereits 1839 benutzte Natalis Briavoine den Terminus Industrielle Revolution als Prozess- und Epochenbegriff. Außerhalb Frankreichs tauchte er erstmals 1843 bei Wilhelm Schulz (Die Bewegung der Produktion) und 1845 in der Schrift von Friedrich Engels Die Lage der arbeitenden Klasse in England auf. Auch Engels verglich die politische Revolution in Frankreich mit der industriellen Entwicklung in Großbritannien. Für ihn war die industrielle Revolution eine Epochenzäsur: „Die industrielle Revolution hat für England dieselbe Bedeutung wie die politische Revolution für Frankreich und die philosophische Revolution für Deutschland“. Während der Begriff hier auf die von England ausgehende industrielle Entwicklung begrenzt wurde, hatte Schulz ihn auch bereits auf frühere Epochen angewandt. Darin folgte ihm vor allem die angelsächsische Tradition, z. B. John Stuart Mill. Dieser verwandte den Begriff 1848 zur Kennzeichnung jedes schnellen technologischen und sozialen Wandels. Allgemeine Verbreitung fand er allerdings erst durch Arnold Toynbee, dem man deshalb lange auch die Prägung des Begriffs zugeschrieben hat. Im 20. Jahrhundert trat das Begriffsverständnis im Sinne von Zeitalter der Industrialisierung stärker hervor. Unter Historikern üblich ist die Verwendung des Begriffs „Industrielle Revolution“ für das Geschehen auf der britischen Hauptinsel etwa zwischen 1750 bis 1850, während ansonsten von „Industrialisierung“ gesprochen wird, sofern in einer Volkswirtschaft ein über mehrere Jahrzehnte stetig anhaltendes Pro-Kopf-Wachstum der realen Erzeugung von mehr als 1,5 Prozent vorliegt.
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