Wurzelzieher

Inhalt

Industrielle Revolution

Begriffsgeschichte

Die Entstehungsbedingungen in Großbritannien

Landwirtschaftlicher Vorlauf

Wirtschaftswandel im Zeichen des technischen Fortschritts

  

Beginnendes Maschinenzeitalter

  

Die Spinnmaschine und der mechanische Webstuhl

  

Die Dampfmaschine

  

Kohleabbau und Schwerindustrie

Entwicklung der Verkehrswege und Verkehrsmittel

  

Von den Römerstraßen zum „Kanal-Zeitalter“

  

Die Eisenbahn

  

Die Dampfschifffahrt

Kapitalismus im Werden

  

Weltanschaulich-theoretische Grundlagen

  

Kapitalbildung

  

Neue Formen der industriellen Produktion

  

Entstehung des Arbeitsmanagements

Sozialer Wandel und politische Folgen

  

Bevölkerungswachstum in gewandelter Umwelt

  

Urbanisierung und proletarische Existenzbedingungen

  

Widerstände und Reformansätze

  

Revolutionslehre nach Marx und Engels

  

Entwicklung des Lebensstandards

Rezeptions- und Deutungsaspekte

Literatur

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

 

Industrielle Revolution

Coalbrookdale at night. Ölgemälde von Philipp Jakob Loutherbourg d. J. aus dem Jahr 1801. Coalbrookdale gilt als eine der Geburtsstätten der Industriellen Revolution, da hier der erste mit Koks gefeuerte Hochofen betrieben wurde.

Als Industrielle Revolution wird die tiefgreifende und dauerhafte Umgestaltung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, der Arbeitsbedingungen und Lebensumstände bezeichnet, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann und verstärkt im 19. Jahrhundert, zunächst in England, dann in ganz Westeuropa und den USA, seit dem späten 19. Jahrhundert auch in Japan und weiteren Teilen Europas und Asiens zum Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft geführt hat. Als wichtigste an dieser Umwälzung beteiligte Gesellschaftsklassen standen sich kapitalistische Unternehmer und lohnabhängige Proletarier gegenüber.

Die Industrielle Revolution führte zu einer stark beschleunigten Entwicklung von Technologie, Produktivität und Wissenschaften, die, begleitet von einer starken Bevölkerungszunahme, mit einer neuartigen Zuspitzung der sozialen Missstände einherging: Es kam zu einer Teilverlagerung des Pauperismus vom Lande in die Städte, ohne dass hinreichende Wohnunterkünfte vorhanden waren; und in den entstehenden Fabriken, für die Arbeitskräfte gebraucht wurden, konzentrierte sich ein Lohnarbeiterproletariat. Daraus ergab sich als ein gesellschaftspolitisches Kernproblem die Soziale Frage, verbunden mit wiederkehrenden Arbeiterunruhen und Bemühungen von Sozialreformern, die akute Not zu lindern und deren Ursachen zu bekämpfen.

In weltgeschichtlicher Perspektive wird der Industriellen Revolution eine ähnliche Bedeutung zugemessen wie dem Übergang vom Nomadentum zur Sesshaftigkeit in der Neolithischen Revolution. Bezüglich der Industriellen Revolution bildeten sich mit der Zeit zwei Begriffsebenen heraus: Die eine meint die mit der Entstehung der Großindustrie verbundene Epochenbezeichnung, während die andere auf einen unabgeschlossenen Prozess fortlaufenden Gesellschaftswandels zielt. Die in vor- und frühindustrieller Zeit am meisten benachteiligten proletarischen Schichten profitierten im weiteren Verlauf auch ihrerseits von der industriellen Revolution, indem eine große innerstaatliche soziale Ungleichheit als Problem begriffen wurde und breitere Bevölkerungsschichten in die Lage kamen, sich einen relativen Wohlstand zu erarbeiten.

Der mit Industrieller Revolution bezeichnete epochale Umbruch des späten 18. und 19. Jahrhunderts hat nachgeborene Wirtschaftshistoriker und Sozialwissenschaftler dazu bewogen, spätere historische Umbrüche in den Wirtschafts-, Produktions- und Arbeitsformen als zweite und dritte Industrielle Revolution zu kennzeichnen. Der französische Soziologe Georges Friedmann sprach 1936 erstmals von einer zweiten industriellen Revolution. Er datierte sie auf die Jahrzehnte vor und nach der Wende zum 20. Jahrhundert und identifizierte als deren Charakteristika die intensivierte Mechanisierung, den weitverbreiteten Gebrauch von Elektrizität und die Massenproduktion von Gütern (Taylorismus und Fordismus). Die mikroelektronische Revolution seit Mitte der 1970er-Jahre wird als technologischer Kern einer neuen, dritten Industriellen Revolution angesehen, so zum Beispiel von dem US-amerikanischen Soziologen Daniel Bell.



 

 

 

 

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