Wurzelzieher

Inhalt

Hermeneutik

Begriffliche Herkunft

Geschichtliche Entwicklung

  

Mittelalterliche Exegese

  

Rezeption des römischen Rechts

  

Reformation

  

Renaissance

  

Aufklärung

  

19. Jahrhundert

  

20. Jahrhundert

  

Neuere Ansätze

Siehe auch/ Literatur

Weblinks/ Einzelnachweise

 

 

Hermeneutik

Die Hermeneutik (von altgriechisch hermēneuein ‚erklären, auslegen, übersetzen‘) ist eine Theorie über die Auslegung von Werken und über das Verstehen. Beim Verstehen verwendet der Mensch Symbole. Er ist in eine Welt von Zeichen und in eine Gemeinschaft eingebunden, die eine gemeinsame Sprache benutzt. Nicht nur in Texte, sondern in alle menschlichen Schöpfungen ist Sinn eingegangen, den herauszulesen eine hermeneutische Aufgabe ist.

In der Antike und im Mittelalter diente die Hermeneutik als Wissenschaft und Kunst der Auslegung grundlegender Texte, besonders der Bibel und Gesetze. In der Neuzeit weitete sich ihr Anwendungsbereich aus. Sie entwickelte sich zu einer allgemeinen Lehre von den Voraussetzungen und Methoden sachgerechter Interpretation und zu einer Philosophie des Verstehens. Mit der von Immanuel Kant entscheidend beförderten Einsicht in die Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit stellte sich für die Hermeneutik seit dem 19. Jahrhundert unter anderem das Problem der geschichtlichen Gebundenheit menschlichen Denkens und Verstehens. Als einflussreichster Vertreter der philosophischen Hermeneutik im 20. Jahrhundert wendete Hans-Georg Gadamer diese Beschränkung ins Positive und stellte das Verstehen in den Zusammenhang eines prinzipiell nicht zu beendenden Gesprächs über die Deutung wichtiger Zeugnisse der geschichtlichen und kulturellen Überlieferung.


Der Begriff Hermeneutik ist als solcher erst in der Neuzeit entstanden und als Buchtitel erstmals von dem Straßburger Philosophen und Theologen Johann Conrad Dannhauer verwendet worden. Die allgemeine Hermeneutik beschäftigt sich mit der Auslegung von Texten oder von Zeichen im Allgemeinen. Die besondere Hermeneutik behandelt die mit der Auslegung von Texten verbundenen Probleme, wie sie sich aus den einzelnen Fächern der Rechtswissenschaft, Theologie, Literaturwissenschaft, Geschichte oder Kunstgeschichte ergeben. Auch die Reflexion der Bedingungen des Auslegens, Deutens und Verstehens nicht textgebundener Werke der Musik oder der Bildenden Kunst wird Hermeneutik genannt. Nach idealistischer Auffassung ist Verstehen eine Seinsweise, in der die Welt sich selbst auslegt. Ein intuitiver Ansatz begreift Verstehen als etwas Unmittelbares, das aller Reflexion vorausgeht und aller Erkenntnis und dem diskursiven Denken zugrunde liegt.

 

 

 

 

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