Wurzelzieher

Inhalt

Gödelscher Unvollständigkeitssatz

Grundbegriffe

Gödels Sätze

  

Zweiter Unvollständigkeitssatz

Bedeutung des Unvollständigkeitssatzes

Philosophische Interpretationen

Genaue Formulierung und Beweisskizze des ersten Unvollständigkeitssatzes

  

Arithmetisierung der Syntax

  

Die Beweisbarkeitsrelation

  

Diagonalisierung

  

Beweis der Unabhängigkeit des Gödelsatzes

  

Verallgemeinerung von Rosser

Häufige Fehlschlüsse/ Beispiele für Unvollständigkeit

Alternative Beweise

  

Grelling-Nelson-Antinomie

Sonstiges/ Siehe auch

Literatur

  

Mathematische Einführungen

  

Zur Bedeutung der Sätze

Einzelnachweise/ Weblinks

 

 

Gödelscher Unvollständigkeitssatz

Philosophische Interpretationen

Obwohl Gödel sich im Laufe seines Lebens wiederholt als Platoniker zu erkennen gab, wurde sein Unvollständigkeitssatz wiederholt in einem subjektivistischen Sinn interpretiert. Auch schien Gödels Teilnahme am Wiener Kreis eine Nähe des Unvollständigkeitssatzes mit dem logischen Positivismus nahezulegen, der dem Platonismus in vielerlei Hinsicht entgegengesetzt ist. Gödels zurückhaltende, konfliktscheue Art trug dazu bei, die Fehlinterpretationen am Leben zu erhalten.

Gödel selbst verstand seinen Satz jedoch insbesondere als einen Schlag gegen den von Hilbert propagierten Formalismus in der Mathematik, der in letzter Konsequenz die gesamte Mathematik zu einem rein formalen Gebilde ohne Bezug zur „realen Welt“ machen sollte. Für Gödel als Platoniker waren jedoch die mathematischen Objekte durchaus „real“. Sie waren zwar nicht durch Sinneswahrnehmungen zu bestätigen (wie es die Positivisten einforderten), doch waren sie der Erkenntnis zugänglich. Der Unvollständigkeitssatz zeigte für Gödel, dass man dieser Realität nicht mit rein formalen Mitteln beikommen konnte.


Obwohl Gödel sich in seiner Grundhaltung gegenüber dem damals bedeutsamen logischen Positivismus nicht sehr von Ludwig Wittgenstein unterschied, der eine Realität jenseits der möglichen Bedeutung von Sätzen anerkannte (und sie sogar für wichtiger hielt als das Sagbare), hielten Wittgenstein und Gödel Zeit ihres Lebens nicht viel voneinander. In Wittgensteins Werk wird der Unvollständigkeitssatz eher abschätzig behandelt. Für Wittgenstein taugte der Satz lediglich für „logische Kunststücke“. Gödel hingegen wies in späteren Interviews jeglichen Einfluss Wittgensteins auf sein eigenes Denken weit von sich.

 

 

 

 

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