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Geschichte der Juden in Lettland

bis 1621

1621 bis 1721

1721 bis 1842

1842 bis 1918

1918 bis 1941

1941 bis 1945

1945 bis heute

Siehe auch/ bekannte jüdische Personen aus Lettland

Literatur

Weblinks/ Einzelnachweise

 

 

Geschichte der Juden in Lettland

1941 bis 1945

Angehörige der lettischen Hilfspolizei bewachen jüdische Frauen und Kinder vor ihrer Exekution. Šķēde bei Liepāja am 15. Dezember 1941

Fragment der von den Nationalsozialisten zerstörten Choralsynagoge in Riga

Durch den ausgesprochen schnellen Vormarsch der Wehrmacht nach dem Überfall auf die Sowjetunion vom 22. Juni 1941, kam das gesamte Gebiet Lettlands bis 8. Juli in den Machtbereich des nationalsozialistischen Deutschlands. Damit begann die schwerste Zeit in der Geschichte der lettischen Juden. Nur etwa 15.000 von 90.000 konnten sich nach Osten retten. Von den verbliebenen überlebten nur wenige die folgenden 3 Jahre.

Adolf Hitler hatte im März 1941 bei der Vorbereitung des Unternehmens Barbarossa die vollständige Ermordung aller Juden in den eroberten Gebieten befohlen. Zur Durchführung dieses Völkermords im Gebiet des Baltikums wurde die Einsatzgruppe A der Sicherheitspolizei und des SD unter Führung des SS-Brigadeführers Walter Stahlecker gebildet. Es war geplant die antisemitischen Kräfte im Baltikum bei den Vernichtungsaktionen mit einzubeziehen um diese Völker somit zu Mitschuldigen zu machen.In der Nacht vom 23. zum 24. Juni 1941 begann mit der Ermordung von 6 örtlichen jüdischen Einwohnern auf dem Gemeindefriedhof von Grobiņa der Holocaust in Lettland.Am nächsten Tag folgten Erschiessungen durch den SD in Durbe, Priekule und Asīte. Am 29. Juni wurde in Jelgava die erste lettische Hilfseinheit des SD gebildet und das Perkonkrust-Mitglied Mārtins Vagulans als deren Kommandeur eingesetzt. Diese etwa 300 Mann starke Einheit war im Sommer 1941 an der Ermordung von ungefähr 2000 Juden in Zemgale beteiligt.Nach der Einnahme Rigas organisierte Stahlecker ein antijüdisches Pogrom. Hierbei tat sich besonders Viktors Arājs hervor, dem erlaubt wurde eine später berüchtigte bewaffnete Einheit zur Liquidation von Kommunisten und Juden anzuwerben. Auch die entstehenden lettischen Selbstschutzeinheiten wurden zu Erschiessungskommandos befohlen.Im Wald von Biķernieki ereigneten sich im Juli 1941 unter der Oberaufsicht von Rudolf Batz, Rudolf Lange und Horst Barth massenweise Erschiessungen, denen 4000 Menschen zum Opfer fielen.In den Städten Liepāja und Ventspils wurden ähnliche Massaker unter dem Oberkommando von Erhard Grauel durchgeführt. An der Straße von Kuldīga nach Ventspils war bald ein großes Schild mit der Aufschrift "Windau ist judenfrei" zu sehen. Der Leiter der Einsatzgruppe 1b Erich Ehrlinger und sein Nachfolger Joachim Hamann leiteten unter aktiver Mithilfe der örtlichen Hilfspolizei die Ermordung von über 10.000 jüdischen Einwohnern in Daugavpils und Umgebung. Bei Rēzekne waren 2500 Todesopfer zu beklagen.


Bis zum Oktober 1941 wurden insgesamt in verschiedenen Städten Lettlands 35.000 Juden erschossen. Die am Leben gebliebenen wurden auf jede erdenkliche Weise gedemütigt, benachteiligt und beraubt.Der Leiter des Reichskommissariats Ostland Hinrich Lohse verfolgte eine Politik der Ausnützung von billiger Arbeitskraft. Zu diesem Zweck wurde das Rigaer Ghetto, das Dünaburger Ghetto und später das Libauer Ghetto geschaffen und somit die Ausrottung zeitweise unterbrochen. In den Ghettos mussten die Einwohner auf engem Raum, ohne ausreichende Nahrung und ärztliche Versorgung leben und durften lediglich zum Zwecke von Arbeitskommandos ihre Einzäunung verlassen.

Hitler und Heinrich Himmler befassten sich Ende Oktober 1941 mit Planungen, die mitteleuropäischen, hauptsächlich deutschen Juden auf dem Gebiet Lettlands in Vernichtungslagern zu töten.Als erster Schritt hierfür war die Tötung aller lettischen Juden vorgesehen um in den Ghettos Raum für Neuankömmlinge zu schaffen. Zur Durchführung dieser Aktionen wurde der Obergruppenführer Friedrich Jeckeln mit besonderen Vollmachten nach Riga geschickt.In Salaspils wurde mit der Errichtung eines Konzentrationslagers begonnen. Am 30. November 1941 wurde das Rigaer Ghetto bis auf 4000 arbeitsfähige Personen gewaltsam geräumt. Im Wald von Rumbula wurden daraufhin 27.800 Personen erschossen. 962 der Todesopfer gehörten zu einem Transport aus Deutschland. Da im Ghetto noch kein Platz frei war, liess Jeckeln sie kurzerhand direkt zum Erschiessungsort nach Rumbula weiterleiten.Am 15. und 17. Dezember fand ein weiteres Massaker bei Šķēde nördlich von Liepāja statt. Stahlecker und Jeckeln meldeten Ende 1941 die weitgehende "Erledigung der Judenfrage in Lettland" nach Berlin.6000 Arbeitsfähige waren mit besonderer Erlaubnis am Leben gelassen worden. Zur Errichtung von ausgesprochenen Vernichtungslagern kam es in Lettland jedoch nicht, da das Baltikum durch die Erfolge der Roten Armee unsicher geworden war. 1943 wurden die Ghettos aufgelöst und die überlebenden Insassen zur Zwangsarbeit in die neugeschaffenen Lager KZ Riga-Kaiserwald, KZ Riga-Strasdenhof, Salaspils und KZ Dondangen überführt. Mit Herannahen der Front wurden die Inhaftierten dann Ende 1943 nach Deutschland oder Polen abtransportiert. Bis 1945 kamen so noch viele der lettischen Juden in Konzentrations- und Vernichtungslagern wie Auschwitz, Buchenwald und Treblinka um.

 

 

 

 

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