Wurzelzieher

Inhalt

Friedrich II. (HRR)

Leben

  

Das Kind aus Apulien – der Weg Friedrichs zum Kaisertum

  

Die Reorganisation des Königreichs Sizilien

  

Der gebannte Kreuzfahrer

  

Konflikte in Deutschland und mit dem Papst

  

Offener Kampf zwischen Kaiser und Papst

  

Die letzten Jahre – Rückschläge und Erfolge

  

Die Rolle des Rechts in der Regierungszeit Friedrichs II.

Kaiseridee

Rezeptionsgeschichte

  

Friedrich II. und die Naturwissenschaften

  

Haltung zu Christentum und Islam/ Mythos

  

Forschung

Familie

  

Nachkommen

Quellen

Literatur/ Weblinks/ Anmerkungen

 

 

Friedrich II. (HRR)

Friedrich II. mit seinem Falken. Aus seinem Buch „De arte venandi cum avibus“ („Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen“), Biblioteca Apostolica Vaticana, Rom (Pal. lat. 1071, fol. 1v, Süditalien/Sizilien 1258-1266)

Friedrich II. (* 26. Dezember 1194 in Jesi bei Ancona, Italien; † 13. Dezember 1250 in Castel Fiorentino bei Lucera, Italien) aus dem Geschlecht der Staufer war ab 1198 König von Sizilien, ab 1211/12 deutscher König und von 1220 bis zu seinem Tode Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Nach einem erfolgreichen Kreuzzug trug er 1229 außerdem die Krone des Königreichs Jerusalem.

Friedrich war der Sohn Kaiser Heinrichs VI. und dessen Gemahlin Konstanze von Sizilien. Auf Wunsch des Vaters und im Sinne von dessen Erbreichsplan war er bereits am Weihnachtstag des Jahres 1196, einen Tag vor seinem zweiten Geburtstag, erstmals zum „rex Romanorum“ gewählt worden. Nach Heinrichs Tod 1197 setzte im Reich jedoch Otto IV. aus dem Geschlecht der Welfen seinen Thronanspruch gegen den damals erst vierjährigen Friedrich durch. Erst die ungewöhnliche zweite Wahl zum König im Jahre 1211 ebnete Friedrich den Weg zu den Königskrönungen von 1212 und 1215 in Mainz und Aachen. Seit dem Tode Ottos IV. im Jahre 1218 war er unangefochten als König anerkannt, seit 1219 auch von den Welfen, die ihm die Reichsinsignien übergaben. 1220 folgte die Kaiserkrönung in Rom.

Der Kaiser, von Zeitgenossen genannt, war hochgebildet und sprach mehrere Sprachen: Neben seiner Muttersprache Italienisch beherrschte er das Lateinische sowie das Deutsche und verfügte womöglich auch über Grundkenntnisse des Arabischen. Darüber hinaus verstand er Französisch und vielleicht etwas Griechisch. Er war vielseitig interessiert – an naturwissenschaftlichen, künstlerischen, philosophischen und theologischen Fragen – und verfasste ein wissenschaftliches Werk über die Falkenjagd.


Friedrich II. gilt allgemein als eine Ausnahmeerscheinung unter den deutschen Herrschern des Mittelalters. Der Schweizer Kulturhistoriker Jacob Burckhardt bezeichnete ihn als den „ersten modernen Menschen auf dem Thron“. Diese Einschätzung beruht auf Friedrichs geistigem Format sowie auf der Tatsache, dass er zum Teil mit modern anmutenden Mitteln versuchte, das universelle Kaisertum zu behaupten. Mit seinem Tod beginnt aus Sicht der Geschichtswissenschaft das sogenannte Interregnum, die „kaiserlose Zeit“ im Heiligen Römischen Reich, die bis 1273 andauerte.

 

 

 

 

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