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Inhalt

Fläming

Abgrenzung und Untergliederung

Geologischer und morphologischer Bau, Böden

  

Veraltete Anschauungen zur Entstehung des Flämings

  

Verwandte Regionen

  

Böden

Hydrografie und Klima

  

Klima

Naturraum

  

Typische/besondere Pflanzen und Tiere

Politische und Siedlungsgeschichte

  

Namensgebung – deutsche Besiedlung und Flamen

  

Zankapfel zwischen Sachsen und Brandenburg bis 1815

  

Hohe Wüstungsdichte

  

Der Fläming im Nationalsozialismus

Kulturgüter und Kulturgeschichte

  

Kulturgüter im Fläming

  

Bevölkerung und Brauchtum

Wirtschaft und Wirtschaftsgeschichte

  

Mühlen und Kupferhammer

  Hütten, Töpfereien und Ziegeleien
  

Leineweber, Kleinindustrie, Garnisonen

  

Alternative Lebens- und Wirtschaftsformen

  

Tourismus

  

Verkehrswege

Der Fläming in Literatur, Musik und Kunst

  

kunst land hoher fläming

  

Hamlet und Faust in Wittenberg

  

Wo der Park mit dem Wald schläft - Wiepersdorf

Literatur

  

Geschichtliche Fachliteratur und historische Darstellungen

  

Reise- und Kulturführer

Weblinks/ Einzelnachweise (Fußnoten)

 

 

Fläming

Wirtschaft und Wirtschaftsgeschichte

Hütten, Töpfereien und Ziegeleien

Handwerkerhof Görzke

Glashütte Baruth, saniertes Hüttengebäude von 1861, heute Museum

dto., Arbeiterwohnhaus aus dem 18. Jahrhundert

Die hohen Lehmvorkommen im Fläming dienten Töpfereien und Ziegeleien als Material und die weißen, sandigen Böden waren ein idealer Rohstoff für Glashütten. Für den hohen Holzbedarf dieser Betriebe sorgten die Wälder, die beispielsweise in der ausgedehnten Waldlandschaft Brandtsheide im Hohen Fläming ganze Hüttendörfer zur Teer- und Holzkohlegewinnung hervorbrachten. Die Wiesenburger Ortsteile Jeserigerhütten, Neuehütten, Reetzerhütten und Medewitzerhütten oder auch die Schweinitzer Hütten erinnern mit ihren Namen an die kirchenlosen Hüttensiedlungen. Im 19. Jahrhundert kam zudem das reinste deutsche Wachs aus der Brandtsheide und noch zur DDR-Zeit deckte der Wald 95 % des Bedarfs an Mittelwänden für die Imker ab. Die Buchal Kerzenzieherei in Reetzerhütten ist heute die einzige Kerzenmanufaktur in Brandenburg.

Nördlich der Hüttendörfer bildete sich in Görzke eine besondere Töpfertradition heraus, die 1706 ihren Ausgangspunkt genommen hatte, als sich die Handwerker zur Innung der Bouteillenmacher zusammenschlossen. Noch heute arbeiten in der Kleinstadt vier Töpfereien und der restaurierte Töpfermarkt bietet mit einem angeschlossenen Handwerkerhof traditionell gefertigte Produkte an. Töpferscheiben drehten sich in vielen weiteren Flämingorten wie in Dahme. Überliefert ist, dass am 20. Juli 1563 die Niemegker Töpferordnung eine neue Fassung erhielt. Ziegeleien produzierten in Niemegk wie auch in Reetz bis in das Jahr 1990.


Die bemerkenswertheste der industriellen Anlagen auf dem östlichen Fläming ist die Glashütte des an seinem nördlichen Abhange liegenden Städtchens Baruth, […]. schrieb Oskar Schwebel 1881. Die Graf Solmsche Hütte im heutigen Baruther Ortsteil Glashütte hatte 1716 die Arbeit aufgenommen und nahm einen […]ungeahnten Aufschwung. Schon 1844 konnte ein besonderer Ofen für Milchglas mit sechs Häfen gebaut werden., schon damals wurden monatlich gegen 50.000 Stück Lampenglocken hergestellt. Die auch heute noch berühmteste aller Glasmanufakturen im Fläming präsentierte 1851 auf der Londoner Weltausstellung mit Erfolg ihre Baruther Lampenschirme. Die Vertragsabschlüsse führten zu Milchglasexporten bis nach England und Amerika. In nur 60 Jahren, von 1815 bis 1875, war die Zahl von 24 auf 440 Einwohner gestiegen, wovon 218 in der Glashütte beschäftigt waren. 1793, vier Jahre nach dem Beginn der Französischen Revolution, wurden 15 Glasmacher wegen "Führens aufrührerischer Reden" aus der Herrschaft Baruth ausgewiesen.

Das denkmalgeschützte Hüttenensemble mit der fast unberührten Glasmachersiedlung hat sich zu einem vielbesuchten Museumsdorf entwickelt, das als der besterhaltene Glasmacherort Deutschlands gilt. Nach der Stilllegung der Glashütte im Jahr 1980 arbeiten seit 1998 wieder Glasbläser für die Schauproduktion.

 

 

 

 

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