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InhaltFläming
| FlämingWirtschaft und WirtschaftsgeschichteHütten, Töpfereien und ZiegeleienHandwerkerhof Görzke Die hohen Lehmvorkommen im Fläming dienten Töpfereien und Ziegeleien als Material und die weißen, sandigen Böden waren ein idealer Rohstoff für Glashütten. Für den hohen Holzbedarf dieser Betriebe sorgten die Wälder, die beispielsweise in der ausgedehnten Waldlandschaft Brandtsheide im Hohen Fläming ganze Hüttendörfer zur Teer- und Holzkohlegewinnung hervorbrachten. Die Wiesenburger Ortsteile Jeserigerhütten, Neuehütten, Reetzerhütten und Medewitzerhütten oder auch die Schweinitzer Hütten erinnern mit ihren Namen an die kirchenlosen Hüttensiedlungen. Im 19. Jahrhundert kam zudem das reinste deutsche Wachs aus der Brandtsheide und noch zur DDR-Zeit deckte der Wald 95 % des Bedarfs an Mittelwänden für die Imker ab. Die Buchal Kerzenzieherei in Reetzerhütten ist heute die einzige Kerzenmanufaktur in Brandenburg. Nördlich der Hüttendörfer bildete sich in Görzke eine besondere Töpfertradition heraus, die 1706 ihren Ausgangspunkt genommen hatte, als sich die Handwerker zur Innung der Bouteillenmacher zusammenschlossen. Noch heute arbeiten in der Kleinstadt vier Töpfereien und der restaurierte Töpfermarkt bietet mit einem angeschlossenen Handwerkerhof traditionell gefertigte Produkte an. Töpferscheiben drehten sich in vielen weiteren Flämingorten wie in Dahme. Überliefert ist, dass am 20. Juli 1563 die Niemegker Töpferordnung eine neue Fassung erhielt. Ziegeleien produzierten in Niemegk wie auch in Reetz bis in das Jahr 1990. Die bemerkenswertheste der industriellen Anlagen auf dem östlichen Fläming ist die Glashütte des an seinem nördlichen Abhange liegenden Städtchens Baruth, […]. schrieb Oskar Schwebel 1881. Die Graf Solmsche Hütte im heutigen Baruther Ortsteil Glashütte hatte 1716 die Arbeit aufgenommen und nahm einen […]ungeahnten Aufschwung. Schon 1844 konnte ein besonderer Ofen für Milchglas mit sechs Häfen gebaut werden., schon damals wurden monatlich gegen 50.000 Stück Lampenglocken hergestellt. Die auch heute noch berühmteste aller Glasmanufakturen im Fläming präsentierte 1851 auf der Londoner Weltausstellung mit Erfolg ihre Baruther Lampenschirme. Die Vertragsabschlüsse führten zu Milchglasexporten bis nach England und Amerika. In nur 60 Jahren, von 1815 bis 1875, war die Zahl von 24 auf 440 Einwohner gestiegen, wovon 218 in der Glashütte beschäftigt waren. 1793, vier Jahre nach dem Beginn der Französischen Revolution, wurden 15 Glasmacher wegen "Führens aufrührerischer Reden" aus der Herrschaft Baruth ausgewiesen. Das denkmalgeschützte Hüttenensemble mit der fast unberührten Glasmachersiedlung hat sich zu einem vielbesuchten Museumsdorf entwickelt, das als der besterhaltene Glasmacherort Deutschlands gilt. Nach der Stilllegung der Glashütte im Jahr 1980 arbeiten seit 1998 wieder Glasbläser für die Schauproduktion.
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