Wurzelzieher

Inhalt

Differentialrechnung

Einleitung

Geschichte

Definition

  

Differenzierbarkeit und Ableitung in einem Punkt: Formale Definition und Notation

  

Ableitung als eine Funktion

Berechnung von Ableitungen

  

Beispiel für die elementare Berechnung einer Ableitungsfunktion

  

Beispiel für eine nicht überall differenzierbare Funktion

  

Beispiel für eine nicht überall stetig differenzierbare Funktion

  

Ableitungsregeln

Der Fundamentalsatz der Analysis/ Mittelwertsatz der Differentialrechnung

Mehrfache Ableitungen

Taylor-Reihen und Glattheit

Anwendungen

  

Differentialgleichungen

  

Ein Beispiel für angewandte Differentialrechnung

  

Differentialrechnung als Kalkül

Komplexe Differenzierbarkeit/ Ableitungen von mehrdimensionalen Funktionen

  

Implizite Differentiation/ Totale Differenzierbarkeit/ Wichtige Sätze

Verallgemeinerungen und verwandte Gebiete

Literatur

  

Lehrbücher für Studenten mit Nebenfach/Grundlagenfach Mathematik

Weblinks

 

 

Differentialrechnung

Geschichte

Gottfried Wilhelm Leibniz

Isaac Newton

Die Aufgabenstellung der Differentialrechnung war als Tangentenproblem seit der Antike bekannt. Ein nahe liegender Lösungsansatz bestand darin, die Tangente an eine Kurve durch ihre Sekante über einem endlichen (endlich heißt hier: größer als null), aber beliebig kleinen Intervall zu approximieren. Dabei war die technische Schwierigkeit zu überwinden, mit einer solchen infinitesimal kleinen Intervallbreite zu rechnen. Dies gelang Pierre de Fermat um 1640 für das Tangentenproblem bei Polynomen. Er formulierte bereits eine Ableitung, jedoch ohne dabei Grenzwerte zu betrachten und ohne eine mathematische Begründung für sein Vorgehen niederzuschreiben. Zur selben Zeit wählte René Descartes einen algebraischen Zugang, indem er an eine Kurve einen Kreis anlegte. Dieser schneidet die Kurve in zwei nahe beieinanderliegenden Punkten, es sei denn er berührt die Kurve. Dieser Ansatz ermöglichte es ihm für spezielle Kurven die Steigung der Tangente zu bestimmen.

Ende des 17. Jahrhunderts gelang es Isaac Newton und Gottfried Wilhelm Leibniz unabhängig voneinander, widerspruchsfrei funktionierende Kalküle zu entwickeln (zur Entdeckungsgeschichte und zum Prioritätsstreit siehe den Artikel Infinitesimalrechnung). Newton ging das Problem jedoch von einer anderen Seite an als Leibniz. Während Newton das Problem physikalisch über das Momentangeschwindigkeitsproblem anging, versuchte es Leibniz geometrisch über das Tangentenproblem. Ihre Arbeiten erlaubten das Abstrahieren von rein geometrischer Vorstellung und werden deshalb als Beginn der Analysis betrachtet. Bekannt wurden sie vor allem durch das Buch des Adligen Guillaume François Antoine, Marquis de L’Hospital, der bei Johann Bernoulli Privatunterricht nahm und dessen Forschung zur Analysis so publizierte. Die heute bekannten Ableitungsregeln basieren vor allem auf den Werken von Leonhard Euler, der den Funktionsbegriff prägte. Newton und Leibniz arbeiteten mit beliebig kleinen Zahlen, die aber größer als null sind. Dies wurde bereits von Zeitgenossen als unlogisch kritisiert, beispielsweise von Bischof Berkeley in der polemischen Schrift The analyst: or a discourse addressed to an infidel mathematician. Die Differentialrechnung wurde aber trotz herrschender Unsicherheit konsequent weiterentwickelt; in erster Linie wegen ihrer zahlreichen Anwendungen in der Physik und in anderen Gebieten der Mathematik. Symptomatisch für die damalige Zeit war das von der Preußischen Akademie der Wissenschaften 1784 veröffentlichte Preisausschreiben:


Erst zum Anfang des 19. Jahrhunderts gelang es Augustin Louis Cauchy, der Differentialrechnung die heute übliche logische Strenge zu geben, indem er von den infinitesimalen Größen abging und die Ableitung als Grenzwert von Sekantensteigungen („Differenzenquotienten“) definierte. Die heute benutzte Definition des Grenzwerts wurde schließlich von Karl Weierstraß Ende des 19. Jahrhunderts formuliert.

 

 

 

 

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