Eigenwerte, Eigenvektoren und Eigenräume von Endomorphismen
Sei jetzt V ein Vektorraum über  beliebiger Dimension und  ein Endomorphismus. Für alle  gilt:
   = 
ist ein Unterraum von V.
Definitionen
Ein Skalar  heißt Eigenwert des Endomorphismus  , wenn  ist, das heißt wenn ein Eigenvektor  existiert mit  .  heißt dann Eigenraum von f zum Eigenwert  , und seine Dimension  die geometrische Vielfachheit des Eigenwertes  .
Bemerkungen
- Der Nullvektor ist niemals Eigenvektor und kein Eigenraum ist 0-dimensional.
 Eigenwert von  nicht regulär ( ). Anders ausgedrückt (Fredholm-Alternative): Entweder ist  Eigenwert von f, oder  ist regulär.
Beispiele
Sei  und  . f ist eine Streckung in y-Richtung und eine Stauchung in x-Richtung.  ist ein Eigenvektor zum Eigenwert  und  ist Eigenvektor zum Eigenwert 2.
Sei  und  . f ist eine Drehung und hat gar keine Eigenvektoren.
Die Nullabbildung hat nur den Eigenwert 0 und alle Vektoren  sind Eigenvektoren.
Die identische Abbildung  hat nur den Eigenwert 1 und alle Vektoren  sind Eigenvektoren.
Einige Eigenschaften von Eigenwerten, Eigenräumen:
Satz 816H
Ein Eigenraum  zum Eigenwert  von  ist invariant, das heißt es gilt  , sogar  , falls  .
Beweis
 mit    
 .  
Satz 816I
Die Eigenvektoren x1
, ..., xm
zu paarweise verschiedenen Eigenwerten  eines Endomorphismus  sind linear unabhängig.
Beweis
Durch vollständige Induktion nach der Anzahl m:
Induktionsanfang: Ein Eigenvektor x1
ist nach Definition nicht der Nullvektor, also linear unabhängig.
Induktionsannahme: Die Behauptung gelte für je m Vektoren.
Induktionsschluss: Wir nehmen an, die Eigenvektoren x1
, ..., xm + 1
seien linear abhängig, das heißt es existiert eine nichttriviale Linearkombination
| (1) |
 . |
Die Anwendung von f liefert ebenfalls
| (2) |
 . |
Die Multiplikation von (1) mit  (k = 1, ..., m + 1) und Subtraktion von (2) liefert dann:
Dies ist für mindestens ein k eine nichttriviale Linearkombination aus m Eigenvektoren, die Null ergibt, im Widerspruch zur Induktionsannahme.  
Folgerung: Die Anzahl der verschiedenen Eigenwerte eines Endomorphismus  ist nicht größer als die Dimension von V.
Eine weitere Folgerung ist:
Satz 816J
Die Summe  von Eigenräumen zu paarweise verschiedenen Eigenwerten  ist direkt, das heißt  . Insbesondere haben Eigenräume zu verschiedenen Eigenwerten  und  nur den Nullvektor gemeinsam:  .
Beweis
Indirekt:sei  und x habe keine eindeutige Darstellung. Also x = x1
+ ... + xm
= y1
+ ... + ym
mit  und  für mindestens ein  mit  und  für mindestens ein j, etwa      linear abhängig. Widerspruch zu Satz 816I.  
Seit man begonnen hat, die einfachsten Behauptungen zu beweisen, erwiesen sich viele von ihnen als falsch.
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