Wurzelzieher

Inhalt

Definition
Klassifikation von Definitionen
  

Deskriptive, festsetzende und stipulative Definition

  

Nominal- und Realdefinition

  

Definitionen nach Explizitheit

  

Persuasive Definitionen/ Typenbegriffe

Wissenschaftstheoretische Probleme von Definitionen

  

Anforderungen an Definitionen

Einzelnachweise/ Literatur/ Weblinks

 

 

Definition

Klassifikation von Definitionen

Konnotative und denotative Definitionen

Intension und Extension

In der Definitionstheorie unterscheidet man zwischen der Intension und der Extension eines Ausdruckes. Die Intension (Begriffsinhalt, Sinn, Konnotation) umfasst die Menge der Merkmale (Attribute, Eigenschaften), die gegeben sein müssen, damit Objekte (Personen, Gegenstände) mit dem Ausdruck bezeichnet werden. Die Extension (Begriffsumfang, Bedeutung, Denotation) umfasst die Menge aller Objekte, die mit dem Ausdruck bezeichnet werden.

Zwischen Intension und Extension gibt es eine reziproke Relation:

Die Extension kann leer sein („der gegenwärtige König von Frankreich“).

Konnotative Definitionen

Eine Definition, die die Intension eines Wortes angibt, nennt man intensionale bzw. konnotative Definition.

Äquivalenzdefinition

In der Äquivalenzdefinition wird der zu definierende Ausdruck (Definiendum) und der definierende Ausdruck (Definiens) mit Hilfe einer Kopula verbunden, die ausdrückt, dass zwischen Definiendum und Definiens eine Äquivalenz besteht, d. h., dass der erste Ausdruck dem zweiten intensionsgleich ist.

Das klassisch-griechische Begriffsgefüge (griech. ορίζειν (ορίζεσθαι) ορισμός) wurde bei der Übersetzung in das Lateinische aufgespalten in definire / definitio und determinare / determinatio. Dabei ist die definitio (Begriffs-Erklärung) vom zu definierenden „Objekt“ her, die determinatio (begriffliche Festlegung) vom definierenden „Subjekt“ her bestimmt. Für die klassisch-griechische Denkform war beides noch in einem einzigen Begriff zusammengefallen.

Beispiele für solche Kopula sind "... nennen wir ... ", "... heißt soviel wie ...", "unter ... sollte man ... verstehen", "ist ... genau dann, wenn ...".

Definition über die Gattung und den Artunterschied

Siehe auch Artikel: Genus proximum et differentia specifica

Noch im 19. Jahrhundert war die aristotelische Lehre geläufig, wonach der nächsthöhere Gattungsbegriff (genus proximum) und der artbildende Unterschied (differentia specifica) anzugeben sei. Sie ist aber im Grunde nur für Klassifikationen brauchbar und steht zudem bei Aristoteles mit seiner besonderen Metaphysik in engem Zusammenhang.

Aristoteles hat für eine solche Definition folgendes Schema aufgestellt: Jeder Begriff kann als Art (eidos, species) definiert werden


1. durch den darüber stehenden Begriff (Gattung, genos; genus proximum) und

2. den kennzeichnenden (Art bildenden) Unterschied (diaphora; differentia specifica), das sind die Merkmale.

Die klassische Form der Definition ist demnach die unter Angabe eines genus proximum (Gattung) und einer differentia specifica (spezifisches Abgrenzungskriterium). Während man lange Zeit glaubte, es handle sich dabei um eine universelle Form, zeigt bereits das einfache Beispiel „Ein Skandinavier ist ein Mensch, der aus Dänemark, Norwegen oder Schweden kommt“, dass sinnvolle Definitionen diesem Schema nicht unbedingt entsprechen müssen.

Definitionen über die Gattung und den Artunterschied (lat.: definitio fit per genus proximum et differentiam specificam) bilden die wichtigste Gruppe der Äquivalenzdefinitionen. Der Ausdruck wird mithilfe eines umfangreicheren Ausdrucks bestimmt und ein Unterschied angegeben, der nur bei der jeweiligen Art von Gegenständen vorkommt und bei allen anderen Arten der Gattung fehlt. Es scheint zunächst sinnvoll zu sein, eine möglichst große Anzahl von Eigenschaften zu wählen. Eine solche Aufzählung könnte jedoch nicht vollständig sein. Deshalb versucht man ein Merkmal zu finden, das genügt, die Gegenstände der Art von anderen Gegenständen der Gattung zu unterscheiden.

In Definitionen über die Gattung und den Artunterschied, insbesondere in den Geistes- und Sozialwissenschaften, findet man häufig den Fehler, dass sich mehrere Gattungen finden. Man nennt Definitionen mit diesem Definitionsfehler Definition mit mehreren Gattungen.

Synonymdefinition

Man kann ein Wort definieren, indem man ein Synonym zu dem Wort angibt. Das Problem dieser Methode ist, dass selten tatsächliche vollständige Synonyme vorhanden sind. John Stuart Mill verweist darauf, dass diese Form der Definition nicht allgemein anerkannt ist:

"This may be done eight by predicating of the name intended to be defined, another connotative name exactly synonymous, as, 'Man is a human being', which is not commonly accounted a definition at all [...]"

Denotative Definition

Eine Definition, die die Extension eines Wortes angibt, wird als extensionale oder denotative Definition bezeichnet.

Deiktische Definition

Eine „deiktische“ (oder „epideiktische“) Definition ist eine Begriffsdefinition, sagen wir eines „Elefanten“, die im hinweisenden Zeigen auf ein Exemplar der durch den betreffenden Begriff bezeichneten Klasse besteht (siehe Deixis).

Beispiel: Dies hier ist rot: rot

 

 

 

 

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