Wurzelzieher

Inhalt

Aufklärung
Zum Begriff und seiner Verwendung
  

Epochenbildung

Felder und tragende Kräfte der Aufklärung

  

Theologie

  

Jurisprudenz, Staatstheorie

  

Medizin und Naturphilosophie vor der Etablierung der Naturwissenschaften

  

Die Ökonomie sprengt das alte Fakultätengefüge

  

Geschichtswissenschaft

  

Belletristik und Schöne Künste

  

Gesellschaftliche Resonanz

  

Politik

Von der Formulierung der Aufklärung bis zur Fortführung ihres Projektes

  

Nietzsches Zwiespalt

  

Fortsetzung und Kritik der Bürgerlichkeit bei Marx und Engels

  

Max Weber: Aufklärung als Entzauberung der Welt durch Intellektualisierung

  

Horkheimer/Adorno: Dialektik der Aufklärung

  

Arendts Konzept politischer Gleichheit ohne gesellschaftliche Angleichung

  

Habermas: Aufklärung als unvollendetes Projekt der Moderne

Zitate/ Siehe auch/ Werke

Literatur/ Weblinks/ Einzelnachweise

 

 

Aufklärung

Zum Begriff und seiner Verwendung

Begriffsherkunft

Der Begriff Aufklärung ist eng verbunden mit der frühmodernen Verurteilung des Mittelalters als einer Epoche der Dunkelheit und des finsteren Aberglaubens, die im Vergleich zur Antike als rückständig galt. Die Neuzeit sollte der Dunkelheit des Mittelalters das Licht der Erkenntnis entgegen setzen. Die Lichtmetaphorik konnte von der Antike übernommen werden: Vom Licht der Erkenntnis wurde in der griechischen Philosophie, in der spätantiken Gnostik sowie in der Bibel gesprochen. Der Ausdruck ist zugleich mit einer Bemühung um Klarheit der Begriffe (clare et distincte) als Maßstab der Wahrheit verbunden – etwa bei Descartes, Leibniz und Johann Heinrich Lambert.

Die Vorstellung eines Zeitalters der Aufklärung bildet sich erst im 18. Jahrhundert deutlicher heraus. Die französische Bezeichnung Siècle des Lumières („Jahrhundert der Lichter“) kommt erstmals 1733 bei Jean-Baptiste Dubos vor. Jean-Jacques Rousseau sowie 1751 Jean-Baptiste le Rond d’Alembert greifen sie auf. Die Vertreter dieser neuen Denkweise wurden Les Lumières genannt.


Der englische Terminus Enlightenment ist erst seit dem 20. Jahrhundert als Epochenbegriff gängig. Dagegen waren das Verb „to enlighten“ und das Partizip „enlightened“ bereits fest im Vokabular des 17. und 18. Jahrhunderts verankert, mit den Bedeutungen „Verständnis schaffen“ und „aufgeklärt“ im Sinne von „über eine Sache erhellend informiert“. Der deutsche Ausdruck Aufklärung wird in den 1770er Jahren gebräuchlicher. Immanuel Kants berühmte Definition in folgt im Dezember 1784 einer Ausschreibung, mit der die Herausgeber der Berliner Monatsschrift zur Klärung eines Begriffs aufrufen. Auch hier ging der Epochenbegriff aus einem bislang unauffälligen Sprechen von „aufklären“ im Sinne von „sich über einen Sachverhalt Klarheit verschaffen“ hervor.

Der Begriff erfuhr im Lauf der Zeit Erweiterungen: So wird im historischen Rückblick seit dem 19. Jahrhundert etwa auch von der klassischen Epoche im antiken Griechenland als einer „ersten“ Aufklärung gesprochen, wobei man sich einerseits auf das methodisch-kritische Fragen des platonischen Sokrates und auf seine Wendung gegen sophistische Lehren bezieht, andererseits aber auch auf sophistische Denker wie Protagoras.

 

 

 

 

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