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Inhalt

Arzneimittel

Arzneimittelbegriff

  

Deutschland

  

Österreich

  

Schweiz

Arzneimittelbezeichnung und Klassifizierung

Arzneimittelinformation

Entwicklung

  

Nichtklinische Entwicklung

  

Klinische Prüfung

Herstellung

  

Produktion

  

Verpackung und Kennzeichnung

  

Rechtsvorschriften

Verkehr

  

Abgabe

Anwendung

  

Verordnung/ Anwendungsart

  

Qualitätssicherung

Wirkungen

  

Pharmakodynamik

  

Wirksamkeit

  

Nebenwirkungen

  

Wechselwirkungen

  

Missbrauch

Überwachung

Ökonomie und Gesundheitssysteme

  

Deutschland

  

Schweiz/ Österreich

Arzneimittelrückstände

  

Rückstände in der Umwelt

Geschichte

  

Griechisch-römische Überlieferung

  

Mittelalter

  

Neuzeit

  

19.–21. Jahrhundert

Anhang

 

 

Arzneimittel

Arzneimittel, veraltet Arzenei kurz Arzneien oder gleichbedeutend Medikamente (lateinisch medicamentum - das Heilmittel) sind „Stoffe oder Stoffzusammensetzungen, die als Mittel mit Eigenschaften zur Heilung oder zur Verhütung menschlicher oder tierischer Krankheiten bestimmt sind oder aber im oder am menschlichen oder tierischen Körper verwendet oder einem Menschen bzw. Tier verabreicht werden können, um entweder die menschlichen bzw. tierischen physiologischen Funktionen durch eine pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkung wiederherzustellen, zu korrigieren oder zu beeinflussen oder eine medizinische Diagnose zu erstellen.“ Diese etwas sperrige Beschreibung basiert auf den Definitionen in den zwei grundlegenden gesetzlichen Regelwerken über die Human- und Tierarzneimittel in der Europäischen Union, den Richtlinien 2001/83/EG (Gemeinschaftskodex für Humanarzneimittel) und 2001/82/EG (Gemeinschaftskodex für Tierarzneimittel) in der jeweils gültigen Fassung. Sie ist mittlerweile in etliche nationale Arzneimittelgesetze eingeflossen, darunter auch in das deutsche Arzneimittelgesetz. Die Behandlung mit Arzneimitteln wird als Medikation bezeichnet.

Das Arzneimittelrecht enthält auch Vorschriften zur Bezeichnung von Arzneimitteln sowie zu Pflichtinformationen, die der Hersteller für Anwender und Verbraucher bereitstellen muss. Die große Vielfalt der heute verfügbaren Arzneimittel lässt sich nur mit Hilfe von speziellen Klassifikationssystemen und Arzneimittelverzeichnissen überblicken.

Neue Arzneimittel werden in der Pharmaforschung entwickelt, wo neue Arzneistoffe identifiziert und experimentelle Arzneimittel in Laborversuchen und klinischen Studien geprüft werden. Arzneimittel sind meist keine Reinstoffe, sondern Zubereitungen von Arzneistoffen mit Hilfsstoffen. Die gängigste Arzneiform ist die Tablette, die durch den Mund, also peroral, eingenommen werden kann. Arzneimittel werden heute zum weit überwiegenden Teil von Pharmaunternehmen als so genannte Fertigarzneimittel hergestellt. Diese Fertigarzneimittel dürfen in vielen Ländern nur mit einer Genehmigung der zuständigen Behörde, einer Arzneimittelzulassung, angeboten oder verkauft werden. Auch die Abgabe ist streng reglementiert. Die meisten Arzneimittel dürfen nur in Apotheken an Endverbraucher abgegeben werden, viele davon nur auf ärztliches Rezept. Die mit der Beschaffenheit, Wirkung, Prüfung, Herstellung und Abgabe von Arzneimitteln befasste Wissenschaft ist die Pharmazie.

Die Pharmakologie studiert dagegen die Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln und dem Körper. Verschiedene Körperprozesse sind an der Aufnahme, Verteilung, Veränderung und Ausscheidung von Arzneimitteln beteiligt. Arzneimittel wirken, indem sie spezifisch mit bestimmten Zielstrukturen im Körper interagieren und dadurch Körperfunktionen beeinflussen. Die Summe der erwünschten Wirkungen eines Arzneimittels, die so genannte Wirksamkeit, führt zur Linderung oder Heilung einer Krankheit. Diese Wirksamkeit wird fast immer auch von unerwünschten Wirkungen, den Nebenwirkungen, begleitet. Arzneimittel haben damit einen zweischneidigen Charakter. Die Abwägung von Nutzen und Risiken ist deshalb ein zentrales Problem in der Entwicklung, Zulassung und Anwendung von Arzneimitteln. Auch deshalb werden Fertigarzneimittel nach der Zulassung laufend auf das Auftreten unerwünschter Wirkungen hin überwacht. Arzneimittel zählen zu den wichtigsten Werkzeugen der Medizin, gleichzeitig sind aber die Arzneimittelausgaben der drittgrößte Kostenfaktor in den Gesundheitssystemen der industrialisierten Länder. Deshalb wurden vielfältige, von Land zu Land verschiedene Regelungen zur Preisfestsetzung und zur Kostenübernahme eingeführt.


Arzneimittel wirken nicht nur im behandelten Organismus. Von manchen Arzneimitteln stellen Rückstände in Lebensmitteln oder der Umwelt ein Problem dar, das vermehrt Beachtung findet.

Arzneimittel werden seit Jahrtausenden genutzt. Pflanzliche Arzneidrogen und manche andere Stoffe waren schon in der Antike gebräuchlich. Die Entwicklung von Arzneimitteln auf naturwissenschaftlicher Grundlage begann im 19. Jahrhundert und fand im 20. Jahrhundert einen großen Aufschwung. Gleichzeitig wurde die Einzelherstellung in der Apotheke weitgehend durch industrielle Fertigung ersetzt. Die Anwendung von modernen Arzneimitteln ist eine große Erfolgsgeschichte. So ist durch die Verwendung von Impfstoffen und Antibiotika die Sterblichkeit durch Infektionskrankheiten deutlich gesunken. Andererseits war das 20. Jahrhundert auch von verschiedenen Arzneimittelskandalen überschattet, in deren Folge die Entwicklung, Herstellung und Überwachung von Arzneimitteln verbessert und immer mehr reguliert wurde.

 

 

 

 

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