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Abbild

Eine perspektivische Umsetzung verbindet das Abbild mit dem Gegenstand. Abbildung aus Salomon de Caus, La perspectiue (Londres: R. Field/ J. Mommart/ Brussels: R Barker, 1611).

Abbild bezeichnet ein Bild und seine Beziehung zu einem darauf abgebildeten wiedererkennbaren Gegenstand. Ein Abbild kann einen natürlichen Ursprung haben (z. B. Schatten, Spiegelbild) oder künstlich geschaffen sein (z. B. Gemälde, symbolisches Zeichen).

Die Beziehung zwischen Gegenstand und Abbild wird in der Philosophie als Abbildrelation bezeichnet. Dadurch soll das Verhältnis zwischen Sache und Bild beschrieben werden. Unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen befassen sich auf verschiedene Art mit Bildern als Untersuchungsgegenstand, oder benutzen sie als Hilfsmittel:

  • In der Mathematik ist eine Abbildung eine eindeutige Zuordnung zwischen zwei Mengen. Die elementweise Abbildung einer Menge auf sich selbst wird identische Abbildung genannt. Falls für jede der beiden Mengen bestimmte zusätzliche Relationen vorausgesetzt sind (z. B. wenn sie Gruppen sind), so heißt eine Abbildung homomorph, wenn sie diese Relationen erhält. Eine homomorphe Abbildung nennt man isomorph, wenn sie eine homomorphe Umkehrabbildung besitzt, mit welcher verknüpft sie die identische Abbildung erzeugt.
  • Die Messtheorie untersucht homomorphe Abbildungen grundlegend und findet Anwendung z. B. in der Statistik.
  • Ebenfalls lassen sich Prädikate in der Logik als mathematische Abbildungen auffassen.
  • Materielle Abbilder werden auch in der Bildwissenschaft abgehandelt.

Philosophen haben im Rahmen der Erkenntnistheorie immer wieder gefragt, in welchem Verhältnis Urbild und Abbild zueinander stehen und aus unterschiedlichen Perspektiven Abbildtheorien darüber entwickelt, inwiefern menschliche Erkenntnis ein Abbild der Wirklichkeit ist. Abbildungen sind daher mit der Konstitution von Subjekten und Objekten verbunden.

Abbildern können religiöse oder magische Bedeutungen zugewiesen werden. Seit der Antike haben monotheistische Religionen häufig Bilderverbote erlassen, die im Verlaufe der europäischen Geschichte immer wieder zu Auseinandersetzungen führten (siehe Bilderstreit, Bildersturm).


Als Abbilder gelten Sinneseindrücke, Wahrnehmungen oder Vorstellungen sowie auf der sprachlichen Ebene Begriffe, Urteile und Schlussfolgerungen bis hin zu Theorien. Im 20. Jahrhundert diskutierten Philosophen erneut darüber, inwiefern eine Aussage oder die Beschreibung eines Sachverhalts die Tatsachen in der Welt abbilden können. Der bereits in der Antike entstandene Meinungsunterschied zwischen Idealismus und Realismus hat Fortbestand bis in die Gegenwart.

Die Ideologiekritik befasst sich mit der gesellschaftspolitischen Bedeutung von Abbildern.

 

 

 

 

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